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Mars Sandsturm bedroht Mars-Rover „Opportunity“

Auf dem Mars wird es ungemütlich für „Opportunity“: Ein Sandsturm verdeckt die Sonne und verhindert, dass der Rover genug Sonnenenergie bekommt. Jetzt gilt: der Rover muss sich warm halten und dabei Energie sparen.

Der Sandsturm am 6. Juni 2018, aufgenommen vom Mars-Orbiter "Mars Reconnaissance Orbiter". Der blaue Punkt kennzeichnet die ungefähre Position "Opportunitys". Foto: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Ein gewaltiger Sandsturm macht dem Mars-Rover „Opportunity“ derzeit zu schaffen. Anfang Juni begann der Sturm, die Sonne in dem Gebiet zu verdecken, in dem sich der Rover derzeit aufhält, teilt die US-Raumfahrtorganisation Nasa mit. Das ist ein Problem, denn „Opportunity“ wird mit Solarenergie betrieben. Um Energie zu sparen wurde der Rover in einen Modus versetzt, in dem nur noch minimale Operationen möglich sind.

So kommt es, dass „Opportunity“ derzeit keine wissenschaftlichen Arbeiten durchführt. Alles ist darauf ausgerichtet, Energie zu sparen und den Rover durch die dunkle und kalte Phase zu bringen. Zuletzt hat sich der Rover am vergangenen Sonntag in seinem Kontrollzentrum gemeldet - ein positives Zeichen während des zunehmenden Sturms, heißt es bei der Nasa. Die übertragenen Daten zeigten, dass der Rover noch genug Energie habe, um mit der Erde zu kommunizieren. Wissenschaftliche Operationen bleiben jedoch bis auf Weiteres eingestellt, in den kommenden Wochen soll der Rover genau beobachtet werden.

„Es gibt ein Risiko für den Rover, wenn der Sturm zu lange anhält und der Rover zu kalt wird, während er auf klaren Himmel wartet“, teilt die Nasa mit und gibt sich gleichzeitig optimistisch: Der Sandsturm dämme die extremen Temperaturschwankungen auf dem Mars ein - und der Staub, der das Sonnenlicht verdecke, nehme gleichzeitig Wärme auf und erhöhe die Umgebungstemperatur etwas. Das ist wichtig, denn Kälte kann einem Rover schnell den Garaus machen - man geht davon aus, dass „Opportunitys“ Zwillingsrover „Spirit“ wegen anhaltender Kälte 2010 den Geist aufgab.

Große Sandstürme treten auf dem Mars nicht oft auf. Aber wenn es einen Sturm gibt, entsteht er schnell und kann sich über Wochen oder gar Monate hinziehen. Wie genau die gigantischen Stürme entstehen, untersuchen Forscher noch. Der aktuelle Sandsturm erstreckt sich nach Angaben der Nasa über mehr als 18 Millionen Quadratkilometer - eine Fläche, die fast doppelt so groß ist wie die USA. Es ist nicht der erste Sturm, der „Opportunity“ in die Bredouille bringt: 2007 wurden die Arbeiten des Rovers durch einen starken Sturm zwei Wochen lang stark eingeschränkt, mehrere Tage gab es gar keinen Kontakt zur Erde, um Energie zu sparen.

Die Zwillingsmission von „Opportunity“ und „Spirit“ startete 2004 und war auf jeweils 90 Tage ausgelegt. „Opportunity“ ist mittlerweile im 15. Jahr auf dem Mars unterwegs und auch sein Zwilling schickte bis 2010 Daten zu Erde. Seit 2012 ist ein weiterer Rover der Nasa auf dem Mars unterwegs: „Curiosity“ wird nuklear angetrieben und muss sich nicht auf Sonnenenergie verlassen.

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