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Mars-Rover „Opportunity“ Hoffen auf Signal von „Opportunity“

Seit mehr als zwei Monaten gibt es kein Signal von Mars-Rover „Opportunity“, der in einem Sandsturm feststeckt. Doch es gibt Grund zur Hoffnung.

"Opportunity"
Schattenporträt von "Opportunity", aufgenommen im Jahr 2014. Foto: NASA/JPL-Caltech

Die Aufregung war groß in einigen Teilen der Raumfahrt-Community im Internet: „Opportunity“ hatte sich nach mehr als zwei Monaten Funkstille zurückgemeldet. Das hatte zumindest ein Nutzer in einem Raumfahrt-Forum bekanntgegeben und damit große Aufregung ausgelöst. Auf dem Mars herrscht derzeit ein globaler Sandsturm, der die Atmosphäre verfinstert und es so dem solarbetriebenen Rover unmöglich machte, seine Batterien zu laden. Seit dem 10. Juni hat das Team, das den Rover betreut, keinen Kontakt mehr zu „Opportunity“.

Doch von der Nasa kam schnell ein Dementi: Es handele sich um einen falschen Alarm, hieß es von der US-Raumfahrtorganisation. Der „Opportunity“-Systemingenieur Michael Staab ergänzte später auf Twitter: Es habe sich um ein Signal des Satelliten „Mars Reconnaissance Orbiter“ (MRO) gehandelt und nicht um „Opportunity“. Dass sich der Rover wieder auf der Erde meldet, wird derzeit jedoch tatsächlich wieder wahrscheinlicher: Seit einiger Zeit gibt es positive Zeichen vom Mars, der Sandsturm lässt langsam nach. „Der Himmel könnte bald klar genug sein, so dass der Rover seine Batterien wieder aufladen und versuchen kann, nach Hause zu telefonieren“, bestätigt die Nasa. Nicht nur das Rover-Team, auch zahlreiche Raumfahrt-Interessierte in aller Welt warten seitdem täglich auf gute Nachrichten von „Opportunity“.

Selbst wenn es sich um ein Signal von „Opportunity“ gehandelt hätte: Nach einem ersten Kontakt zum Rover kann es nach Angaben der Nasa Wochen dauern, bis ein zweites Signal des Rovers auf der Erde ankommt. „Es ist wie ein Patient, der aus dem Koma erwacht: Es dauert seine Zeit, bis er wieder ganz erholt ist“, heißt es von den Fachleuten. Es könne sein, dass man mehrere Kommunikations-Versuche benötige, bis die Ingenieure ausreichend Informationen hätten, um etwas zu unternehmen.

Zu den ersten Schritten nach der Kontaktaufnahme gehört, die Batterie und Solarzellen des Rovers zu untersuchen und seine Temperatur zu überprüfen. Hat die interne Uhr des Fahrzeugs versagt, wird sie zurückgesetzt. Anschließend fotografiert sich der Rover selbst, so dass die Forscher auf der Erde sehen können, wie es um den Rover steht. Außerdem wird getestet, ob Staub in das Gehäuse eingedrungen ist. Hat das Team diese Daten gesammelt und ausgewertet, wird darüber nachgedacht, ob der Rover wieder eingesetzt wird.

Doch es besteht auch immer die Möglichkeit, dass der Rover unter den Bedingungen der vergangenen Wochen gelitten hat. Sind die Temperaturen zu sehr abgesunken, könnten die Batterien beschädigt worden sein, was die Arbeit des Rovers in Zukunft einschränken könnte.

Derzeit lauschen die Nasa-Ingenieure mehrmals pro Woche über das Deep Space Network (DSN) nach Signalen von „Opportunity“. Die DSN-Antennen funken den Rover zu festgelegten Zeiten an und suchen nach Antwortsignalen. Außerdem werden alle Signale, die während der Zeiten, zu denen der Rover „wach“ sein müsste, aufgenommen und anschließend auf Signale von „Opportunity“ durchsucht.

Bisher hat noch niemand ein Signal von „Opportunity“ aufgefangen – doch es könnte täglich soweit sein. Die Hoffnung auf ein Happyend ist bei allen Beteiligten da. Schließlich ist der Rover erwiesenermaßen hart im Nehmen: Er arbeitet seit fast 15 Jahren auf dem Mars – obwohl seine ursprüngliche Mission nur auf 90 Tage ausgelegt war.

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