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Mars-Rover „Opportunity“ Countdown für „Opportunity“ läuft

Der wegen eines Sandsturms verstummte Mars-Rover „Opportunity“ wird von der Nasa angezählt: Nachdem sich der Staubsturm gelegt hat, versucht man noch 45 Tage lang, aktiv Kontakt aufzunehmen.

Mars-Rover "Opportunity"
Der Mars-Rover "Opportunity" befindet sich seit Januar 2004 auf dem roten Planeten. Foto: afp

Die Zeit drängt für den Mars-Rover „Opportunity“. Seit dem 10. Juni hat sich das Mars-Fahrzeug der Nasa nicht mehr auf der Erde gemeldet - nun wird es von der US-Raumfahrtorganisation Nasa angezählt. 45 Tage lang lauscht das „Opportunity“-Team im Jet Propulsion Laboratory (JPL) im kalifornischen Pasadena nun verstärkt nach Signalen des mehr als 14 Jahre alten Rovers und versucht, mehrmals pro Tag aktiv Kontakt mit ihm aufzunehmen.

„Hören wir von ‚Opportunity‘ in diesen 45 Tagen nichts, wird das Team davon ausgehen müssen, dass der Rover sich von möglichen Schäden nicht erholen wird“, erklärte der „Opportunity“-Projektmanager John Callas, als die Nasa Ende August ihren Plan für den Rover vorstellte. Darin hieß es, dass die 45 Tage dann beginnen sollten, wenn das Tau-Level - ein Wert, der angibt, wie viel Staub sich in der Atmosphäre des Mars befindet - unter 1,5 fällt. Dieser Wert wurde laut Nasa bei zwei aufeinanderfolgenden Messungen unterschritten. Am 11. September begann der Countdown für „Opportunity“, der bis etwa Ende Oktober läuft.

„Opportunity“ soll Sonnenenergie tanken

Dann soll geprüft werden, ob die Strategie weiter fortgeführt oder angepasst wird, heißt es bei der Nasa. Im ursprünglich vorgestellten Plan hieß es noch, die Phase, in der man aktiv versuche, „Opportunity“ zu erreichen, werde nach 45 Tagen eingestellt. Man werde anschließend mehrere Monate lang weiter passiv nach „Opportunity“ lauschen. Die kleine, aber entscheidende Änderung im Plan der Nasa dürfte unter anderem auf heftige Proteste zahlreicher „Opportunity“-Fans zurückzuführen sein.

Auf dem Mars tobt seit Ende Mai ein Sandsturm, der fast den gesamten Planeten mit Staub bedeckte. Für „Opportunity“ eine schwierige Situation: Der Rover wird mit Sonnenlicht betrieben, das immer schlechter durch den Dunst in der Atmosphäre drang. Irgendwann hatte der Rover nicht mehr genügend Energie, die Forscher gehen davon aus, dass er daraufhin seine Systeme abgeschaltet hat. Mittlerweile klart der Himmel über dem Mars jedoch wieder merklich auf und der Rover dürfte langsam wieder genug Sonnenlicht bekommen.

Bei der Nasa hofft man darauf, dass „Opportunity“ Sonnenenergie tankt, sich wieder einschaltet und ein Signal an die Erde schickt. Der Zustand des Rovers ist derzeit jedoch nicht bekannt - es ist auch möglich, dass die Systeme des Rovers zu kalt wurden und Schäden davongetragen haben.

Nasa hofft, dass  „Opportunity“ sich wieder meldet

Das Team, das den Rover betreut, ist laut Nasa jedoch „vorsichtig optimistisch“, dass „Opportunity“ sich wieder melden wird. Es ist schließlich nicht das erste Problem, das dem Rover in seiner langen Zeit auf dem Mars begegnet ist. Im Januar 2004 ist „Opportunity“ auf dem roten Planeten gelandet, gemeinsam mit seinem Zwilling „Spirit“. Während der im Mai 2011 aufgegeben wurde, weil seit März 2010 kein Kontakt mehr aufgenommen werden konnte, blieb „Opportunity“ weiter aktiv. Geplant war, dass „Opportunity“ 90 Tage auf dem Mars forscht - bisher hat der Rover das 60-Fache geschafft, dabei einen Marathon auf dem roten Planeten zurückgelegt und zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse beigesteuert.

Dabei ging auch einiges schief. Bereits seit 2005 kann das rechte Vorderrad nicht mehr gelenkt werden, seit 2017 ist auch das linke Vorderrad nicht mehr lenkbar. Auch der 256-MB-Speicher des Rovers funktioniert nicht mehr. „Das Team weiß, dass alles am Rover weit über der Garantiezeit ist“, betont man bei der Nasa. „Durch dick und dünn hat das Team gesehen, wie der Rover unermüdlich weitergemacht hat. Jetzt hoffen die Ingenieure und Wissenschaftler, dass dieses aktuelle Problem nur ein weiteres Schlagloch auf dem Mars ist“, heißt es in einer Mitteilung der Nasa. „Wir hoffen das Beste und planen für alle Eventualitäten“, sagt Projektmanager Callas. Wenn „Opportunity“ sich auf der Erde melde, werde man „da sein, um ihn zu hören“.

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