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Mars-Rover "Curiosity" muss stillhalten

Der Mars-Rover "Curiosity" stößt beim Bohren auf unerwartete Probleme und wird zu einer Zwangspause verdonnert. Bis eine Lösung gefunden ist, gibt es nur eine Option: stillhalten und die Umgebung beobachten.

Mars-Rover "Curiosity" ist im August 2012 auf dem Mars gelandet. Foto: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Nach viereinhalb Jahren und gut 15 zurückgelegten Kilometern auf dem Mars ist der Rover "Curiosity" zu einer ungeplanten Pause gezwungen. Am 1. Dezember habe man festgestellt, dass "Curiosity" die Kommandos zum Bohren nicht vollständig ausführe, teilt die US-Raumfahrtorganisation Nasa mit. Der Bohrer berühre das geplante Ziel der Bohrung nicht. Nun wird im Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (Kalifornien) fieberhaft nach einer Lösung für das Problem gesucht.

Die Forscher nutzen einen mit "Curiosity" identischen Rover in ihrer Forschungseinrichtung, um herauszufinden, was die Ursache für das Problem ist. Bis es eine Lösung gibt, darf sich der Rover auf dem Mars nicht bewegen. "Wir wollen alle Änderungen, die die Diagnose beeinflussen können, möglichst einschränken", erklärt Steven Lee vom "Curiosity"-Team. Deshalb darf der Rover auch seinen gut zwei Meter langen Arm nicht bewegen.

Doch ganz müssen die Forscher nicht auf neue Daten vom Mars verzichten: Seine Kameras und ein Spektrometer darf "Curiosity" weiterhin einsetzen, um seine Umgebung zu untersuchen. Derzeit befindet sich "Curiosity" 15,01 Kilometer von seiner Landestelle im Gale-Krater entfernt. Seit der Landung im August 2012 hat der Rover einen Höhenunterschied von 165 Metern zurückgelegt und soll noch weiter klettern.

"Curiosity" untersucht derzeit die unterschiedlichen Schichten des Mount Sharp mit dem Ziel, herauszufinden, wie sich das Klima in der Region im Laufe von Jahrtausenden verändert hat. Die Hinweise findet der Rover im Gestein, das er immer wieder anbohrt, um Proben zu entnehmen, die anschließend mit verschiedenen Instrumenten im Rover analysiert werden.

Der Bohrmechanismus des Rovers wurde 2016 bisher sechs Mal eingesetzt. Für den Fehler, der die siebte Bohrung bisher verhindert, sehen die Forscher zwei mögliche Ursachen: Entweder hat sich eine Bremse am Bohrmechanismus nicht vollständig gelöst oder ein elektronisches Bauteil funktionierte nicht wie erwartet. Für beide möglichen Probleme könnte es Lösungen geben, stellt Steven Lee in Aussicht. Bis die gefunden sind, gibt es für "Curiosity" nur eine Option: stillhalten und die Umgebung beobachten.

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