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Mars „Natürlich fliegt der Mensch zum Mars“

Während im Hollywood-Film „Der Marsianer“ längst Astronauten auf dem Mars forschen, wird es in der Realität noch Jahre dauern, bis Menschen zum roten Planeten fliegen. Dass dieser Traum eines Tages Realität wird, daran zweifeln die Wissenschaftler jedoch nicht.

Matt Damon als Astronaut Mark Watney auf dem Mars. Foto: 20th Century Fox

Raumfahrt ist wieder „in“. Das zeigt nicht nur die öffentliche Begeisterung für reale Missionen wie „Rosetta“ oder „Curiosity“, auch der Blick nach Hollywood legt das nahe. Die Filme „Gravity“ (2013) und „Interstellar“ (2014) legten vor und „Der Marsianer“ zog im vergangenen Jahr nach – und kam gut an: Mit zwei Golden Globes wurde der Film ausgezeichnet, bis zu sechs Oscars könnten Ende Februar noch folgen.

Das ist nicht zuletzt auch der viel gelobten Buchvorlage von Autor Andy Weir zu verdanken. „Viele Fehler konnte ich darin nicht finden“, erklärt Paolo Ferri, ESA-Bereichsleiter für Missionsbetrieb, der wie viele Mitarbeiter der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA die Buchvorlage gelesen hat. Nur bei einer Sache habe er Zweifel: ob tatsächlich ein Mensch alleine so einfallsreich sein könne wie der auf dem Mars gestrandete Astronaut Mark Watney (im Film: Matt Damon). Denn Watney, der sich „mit Wissenschaft aus der Scheiße ziehen muss“, schafft es trotz aller Widrigkeiten mit allerlei Tricks, Wissenschaft und Ideen, alleine auf dem Mars zu überleben.

Dabei pflanzt er Kartoffeln an, gewinnt Wasser aus den Materialien, die er zur Hand hat, repariert Löcher in der schützenden Mars-Unterkunft mit Klebeband und Plastikfolie und wärmt sich mit einer Atombatterie, die die Astronauten nach ihrer Landung aus Sicherheitsgründen eigentlich vergraben hatten.

Film und Buch gelten auch bei Wissenschaftlern als realistisch - doch bis tatsächlich die ersten Menschen den Mars betreten werden, ist es noch ein weiter Weg. Die US-Raumfahrtorganisation Nasa will die ersten Menschen in den 2030er Jahren auf den roten Planeten bringen. „Unmöglich ist das nicht“, meint Paolo Ferri. Schließlich habe man nach der ersten Mondlandung im Jahr 1969 erwartet, dass 1985 der erste Mensch auf dem Mars landen würde. Damals hielt man das für realistisch. Deshalb sagt Ferri: „Technisch gesehen sind 30 Jahre genug Zeit, um zum Mars zu kommen.“

Bereits in den nächsten Wochen wird die europäische Raumfahrtorganisation ESA eine neue unbemannte Mission zum Mars schicken: Mitte März startet der erste Teil der Mission „ExoMars“, die im ersten Schritt einen Orbiter in die Umlaufbahn des Mars bringen soll. 2018 soll der zweite Teil der Mission einen Rover auf dem roten Planeten absetzen. Es sind nicht die einzigen von Menschen gebauten Geräte, die den Mars unter die Lupe nehmen: Um den Planeten kreisen derzeit fünf Orbiter, die sich teilweise der Untersuchung der Mars-Atmosphäre widmen oder auch die Oberfläche des Planeten kartographieren. Dort sind derzeit zwei Rover aktiv: der mittlerweile zwölf Jahre alte Nasa-Rover „Opportunity“ und „Curiosity“, der 2012 auf dem Mars gelandet ist.

Für Astronauten ist es dagegen noch zu früh, glaubt Ferri. Man könne sie noch nicht richtig gegen die kosmische Strahlung schützen, der sie auf der langen Reise und auf dem Planeten ausgesetzt wären, erklärt der ESA-Experte. Auch die Dauer der Reise selbst sei ein Problem für die Gesundheit der Astronauten. Doch dass tatsächlich jemals Menschen zum Mars fliegen werden – das stellt weder Ferri noch ESA-Generaldirektor Jan Wörner in Frage. „Der Mensch hat es in seinen Genen, neugierig zu sein“, erklärt Wörner. „Natürlich wird der Mensch auf den Mars fliegen“, ist er überzeugt.

„Der Marsianer“ habe Schwierigkeiten und Lösungen auf dem Weg zum Mars aufgezeigt, beispielsweise wenn es um die Verwendung von Weltraumschrott gehe. „Wir tun gut daran, das Material vor Ort zu nutzen“, glaubt Wörner. „Wir sollten nicht alles von der Erde mit hinbringen müssen.“ Vor dem Schritt auf den Mars sieht Wörner jedoch noch einen Zwischenstopp: Den Mond, den er sich als eine Art „Boxenstopp auf dem Weg tiefer hinein ins Sonnensystem“ vorstellt.

"Der Marsianer" erscheint am 18. März 2016 auf DVD und Blu-Ray.

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