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Mars Faszinierender Planet

Die Erforschung des Mars hat eine sehr lange Tradition. Inzwischen haben viele Missionen den Roten Planeten untersucht - trotzdem hat er noch einige Überraschungen auf Lager.

Der Rover "Curiosity" der NASA war 2012 auf dem Mars. Foto: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Der Mars hat die Menschheit seit jeher fasziniert. Während Himmelsbeobachter im Altertum nur einen auffällig roten „Stern“ wahrnahmen, der über den Nachthimmel wanderte und wegen seiner Farbe den Namen des Kriegsgottes erhielt, wurde später klar: Der Mars ist ein Planet, der von zwei 1877 entdeckten Monden – Phobos und Deimos – umkreist wird.

Noch bevor Juri Gagarin 1961 als erster Mensch ins Weltall aufbrach, starteten die ersten russischen Missionen zum Mars. Sie erreichten ihr Ziel nicht – doch die Raumfahrt hatte neben dem irdischen Mond ein weiteres lohnendes Ziel identifiziert. Zahlreiche unbemannte Missionen haben den Mars seit dem ersten Vorbeiflug einer Raumsonde 1965 und der ersten Landung 1976 untersucht. Trotzdem ist der Nachbarplanet der Erde, dessen rote Färbung von Eisenoxid-Staub auf der Oberfläche herrührt, immer wieder für Überraschungen gut.

Neue Ultraviolett-Aufnahmen, die der Nasa-Orbiter „Maven“ Mars gemacht hat, zeigen beispielsweise: Über mehreren Vulkanen des Planeten bilden sich im Laufe eines Tages große Wolkenfelder. Außerdem zeigen die Aufnahmen, wie sich der Ozongehalt der Atmosphäre im Laufe der Jahreszeiten ändert. Die Beobachtung von Wolken und Ozon ermöglicht es Forschern, Rückschlüsse auf die Windbewegungen auf dem Mars zu ziehen.

Über Windbewegungen Bescheid zu wissen und die den Globus umspannenden Sandstürme vorhersagen zu können, wird spätestens dann wichtig, wenn erstmals Menschen auf dem Mars landen sollen. Ob man die gewaltigen Sandstürme, die den gesamten Planeten einhüllen können, vorhersagen kann, dürfte sich in den nächsten Monaten zeigen: Forscher der US-Raumfahrtorganisation Nasa rechnen dann mit dem nächsten großen Sturm.

Seit 1924 wurden neun solcher Stürme aufgezeichnet, der jüngste 2007 beeinträchtigte vor allem die Arbeit der Mars-Rover „Spirit“ und „Opportunity“. Durch das eingeschränkte Sonnenlicht bekamen sie weniger Energie und waren tagelang ohne Kontakt zur Erde. Menschen auf dem Mars könnte ähnliches drohen. Der aufgewirbelte Staub könnte außerdem die Gesundheit der Astronauten und die Elektronik ihrer Geräte beeinträchtigen. Zu wissen, wann mit Staubstürmen zu rechnen ist, kann überlebenswichtig werden für bemannte Missionen zum Mars.

Mineral als Nachweis für Wasser vermutet

Unterdessen forschen zwei Nasa-Rover auf dem Mars unbeirrt weiter: „Opportunity“ befindet sich nun seit mehr als zwölf Jahren auf dem roten Planeten und hat den Sturm von 2007 gut überstanden. Gerade wurde die Mission, die eigentlich nur auf 90 Tage ausgelegt war, erneut um zwei Jahre verlängert. Doch der Rover hat mittlerweile mit Altersschwächen zu kämpfen: Motoren und andere Bauteile von „Opportunity“ haben ihre erwartete Lebensdauer weit überschritten und auch der Datenspeicher funktioniert nicht mehr so recht: Beobachtungen und Messwerte, die nicht binnen eines Tages zur Erde geschickt werden, gehen verloren.

Trotzdem soll sich „Opportunity“ auf bisher unerforschtes Terrain begeben: Der Rover soll in eine Schlucht hineinfahren, die vor langer Zeit von einer Flüssigkeit geformt wurde. „Wir sind zuversichtlich, dass Wasser daran beteiligt war“, sagt Steve Squyres, der im „Opportunity“-Wissenschaftsteam arbeitet. Seit den 70er Jahren hat man solche Schluchten von einem Mars-Orbit aus beobachtet, doch der Rover wird das erste von Menschen gebaute Gerät sein, dass eine solche Landformation aufsuchen und untersuchen wird.

Der Rover „Curiosity“, dessen Mission ebenfalls gerade um zwei Jahre verlängert wurde, soll dagegen weiter einen „Mount Sharp“ getauften Berg hinauffahren. „Wir erreichen immer höhere und jüngere Abschnitte von Mount Sharp“, begeistert sich der Projektwissenschaftler Ashwin Vasavada. „Obwohl wir den Berg seit vier Jahren untersuchen, hat er immer noch das Potenzial, uns komplett zu überraschen.“

Auf dem Weg nach oben soll „Curiosity“ unter anderem eine Stelle untersuchen, an der die Forscher das Mineral Hämatit vermuten. Auch an anderen Stellen auf dem Mars wurde bereits Hämatit entdeckt – die Funde gelten als Nachweis, dass es einst den Lebensbaustein Wasser auf dem Mars gegeben haben muss.

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