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Leck in der ISS Russland schließt menschliches Versagen nicht aus

Das Loch in der Sojus-Raumkapsel, die an die ISS angedockt ist, könnte schon bei der Produktion entstanden sein. „Die Einwirkung auf die Verkleidung ist von innen heraus entstanden“, sagt Roskosmos-Chef Rogosin.

Sojus-Raumkapsel
Die Sojus-Kapsel ist an der ISS angedockt und soll später im Jahr wieder drei Astronauten zurück auf die Erde bringen. Foto: Nasa/Esa/Alexander Gerst

War es tatsächlich ein Mikrometeorit, der ein kleines Loch in die russische Sojus-Raumkapsel an der ISS gerissen hat oder vielleicht doch ein Produktionsfehler? Bei der Suche nach einer Ursache für das Leck, das die Astronauten in der vergangenen Woche schließen mussten, schließt Moskau auch menschliches Versagen nicht aus. „Vielleicht hat eine unsichere Hand das Leck bewirkt“, sagte Dmitri Rogosin, Leiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos.

Das Loch an der Innenseite der Sojus sei möglicherweise bereits durch den technischen Fehler eines Spezialisten auf der Erde entstanden. Man gehe aber auch anderen Varianten nach. Zuerst war Roskosmos davon ausgegangen, dass ein Mikrometeorit eingeschlagen war und das Loch verursacht hatte. „Wir schließen diese Variante inzwischen aus. Die Einwirkung auf die Verkleidung ist von innen heraus entstanden“, sagte Rogosin laut Agentur Tass.

Auch die Nachrichtenagentur Ria Nowosti meldet, das Loch sei durch einen Produktionsfehler entstanden. Die Agentur beruft sich dabei auf eine nicht näher benannte Quelle aus der Branche. Nachdem der Fehler entdeckt wurde, habe der Verantwortliche das Loch mit einem Kleber verschlossen, so sei es bei der Endabnahme nicht entdeckt worden. Nach zwei Monaten im All sei der Kleber getrocknet und herausgedrückt worden.

Das Leck war in der vergangenen Woche durch einen Druckabfall an Bord der ISS aufgefallen und wurde von den Astronauten verschlossen. Die Sojus-Kapsel gilt als sicher und soll drei Astronauten wieder zur Erde zurückbringen. Das Loch wurde in der Orbitalsektion gefunden, die beim Abstieg abgesprengt wird.

An Bord der ISS befinden sich derzeit sechs Astronauten, unter ihnen auch der deutsche Esa-Astronaut Alexander Gerst. Er wird noch im September zwei Außeneinsätze absolvieren, bevor er im Oktober als erster Deutscher Kommandant der Internationalen Raumstation wird. (mit dpa)

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