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Komet "Siding Spring" Mars-Rover sollen Kometen beobachten

Im Oktober bekommt der Mars Besuch von einem Kometen aus der Oortschen Wolke. "Siding Spring" wird sich dem roten Planten bis auf 138.000 Kilometer nähern - und soll dabei unter anderem von den Raumfahrzeugen auf dem Mars beobachtet werden.

Der Mars-Rover "Curiosity" soll nach dem Kometen Ausschau halten. Foto: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Im Oktober kommt dem Planeten Mars ein anderer Himmelskörper ganz nah: der Komet "C/2013 A1 Siding Spring" wird in einer Entfernung von gerade einmal 138.000 Kilometern am roten Planeten vorbeischrammen, hat die US-Weltraumorganisation Nasa berechnet. Das ist zehn Mal näher, als bekannte Kometen jemals der Erde gekommen sind.

Raumfahrzeuge, die sich zu dem Zeitpunkt auf dem Mars oder im Orbit des roten Planeten befinden, sollten einen guten Blick auf den Kometen erhaschen können. Doch der Himmelskörper könnte gerade den Mars-Orbitern - neben den Raumfahrzeugen "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) und "Mars Odyssey" der Nasa umkreist derzeit auch der ESA-Orbiter "Mars Express" den roten Planeten - auch Schaden zufügen.

Fünf Orbiter könnten bedroht sein

Kurz vor der Ankunft des Kometen vergrößert sich die Flotte der potenziell bedrohten Mars-Orbiter gleich um zwei: Im September werden der "MAVEN"-Orbiter der Nasa und ein Orbiter der indischen Raumfahrtorganisation ISRO erwartet. "Es ist noch viel zu früh um zu wissen, wie viel Gefahr der Komet für unsere Orbiter darstellt", sagt Soren Madsen vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa. "Alles ist möglich. Es könnte eine große Sache sein, es könnte gar nichts sein - oder alles dazwischen."

Doch bereits jetzt beginnen Experten damit, die Größe der Staubpartikel und die Menge an Staub, die der Komet produziert, zu analysieren. "Wenn wir im Mai einen Alarm bekommen, wäre es zu spät, unsere Reaktion zu planen", erklärt Madsen. "Deshalb tun wir das jetzt schon". Die beiden Rover auf dem Mars - "Curiosity" und "Opportunity" - sind nicht in Gefahr: die dünne Mars-Atmosphäre schützt sie.

Der Komet "Siding Spring" steht bei seiner Annäherung an den Mars unter größtmöglicher Beobachtung: Auf der Erde wird man Ausschau nach dem Besucher aus der Oortschen Wolke halten, die Weltraumteleskope "Hubble" und "NEOWISE" haben den Kometen bereits gesichtet und auch die Raumfahrzeuge auf dem Mars und in seinem Orbit sollen zum Einsatz kommen.

Die Beobachtung aus den unterschiedlichsten Perspektiven sollen den Wissenschaftlern helfen, mehr über den Kern des Kometen herauszufinden: seine Form und die Rotation sind von Interesse, außerdem möchte man herausfinden, "ob einige Bereiche auf der Oberfläche dunkler sind als andere", erklärt Rich Zurek vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa.

Mars-Flotte hat Komet "Ison" beobachtet

Die Mars-Flotte ist nicht zum ersten Mal zur Kometenbeobachtung im Einsatz. Zuletzt beobachteten sie im Herbst 2013 den Kometen "Ison", der bei seiner Annäherung an die Sonne Ende November 2013 auseinanderbrach und verschwand. Im Gegensatz zu "Ison" wird "Siding Spring" auf der Erde nicht mit bloßem Auge zu sehen sein.

Der Komet C/2013 A1, der heute den Namen "Siding Spring" trägt, wurde im Januar 2013 von der australischen Siding-Spring-Sternwarte entdeckt. Zum Zeitpunkt seiner Entdeckung war er weiter von der Sonne entfernt als der Planet Jupiter. Durch regelmäßige Beobachtungen wurde die Flugbahn des Kometen bestimmt, bis zu seiner Annäherung an den Mars im Oktober soll das Wissen über die Flugbahn noch verfeinert werden.

Fest steht allerdings schon jetzt: "Siding Spring" wird dem Mars sehr nah kommen - die Entfernung entspricht etwa einem Drittel der Entfernung zwischen Erde und Mond.

Wenn der Komet näherkommt, soll die "HiRISE"-Kamera im Mars-Orbiter MRO hochauflösende Bilder vom Kern des Kometen machen. Die Kameras der Mars-Rover "Curiosity" und "Opportunity" sollen nach Meteoren Ausschau halten, die ein Indikator für eine große Anzahl von Staubpartikeln im Schweif des Kometen sind.

Außerdem interessiert die Forscher, welche Auswirkungen die Kometenpartikel auf die obere Atmosphäre des Mars haben. "Sie könnten die Atmosphäre erwärmen und ausdehnen", erklärt Nasa-Wissenschaftler Zurek. Infrarot-Sensoren in den Mars-Orbitern MRO und Odyssey sollen diese Entwicklung verfolgen und den Forschern auf der Erde Daten zur Verfügung stellen.

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