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Komet "Siding Spring" Mars Raumsonden gehen hinter Mars in Deckung

Ein Komet nähert sich dem Mars und wird am Sonntag in Haaresbreite an ihm vorbeischrammen. Das könnte die Raumsonden in der Umlaufbahn des roten Planeten beschädigen - wenn sie nicht hinter dem Mars in Deckung gehen.

Komet "Siding Spring" ist auf dem Weg Richtung Mars. (Grafik) Foto: AFP

Ein seltenes Ereignis hält Astronomen in aller Welt in Atem: Am 19. Oktober schrammt der Komet C/2013 A1 ("Siding Spring") in einer Entfernung von nur knapp 140.000 Kilometern am Mars vorbei. Die Raumsonden, die derzeit um den Mars kreisen oder auf der Oberfläche des Planeten aktiv sind, haben Logenplätze für dieses einmalige Ereignis - doch sie sind gleichzeitig auch in einer gefährlichen Position: Die Staubwolke, die der Komet hinter sich herzieht, könnte den Raumsonden in der Umlaufbahn des roten Planeten Schaden zufügen.

Die Orbiter "Mars Odyssey" (seit 2001 in der Mars-Umlaufbahn), "Mars Reconnaissance Orbiter MRO" (seit 2005) und "MAVEN" (seit 2014) sollen einerseits Informationen über den Kometen sammeln - schließlich ist es ein seltenes Ereignis, dass ein Komet dem Mars so nahe kommt. Andererseits will man die wertvollen Sonden auch vor Gefahren schützen: Die Staubpartikel, die der Komet mit sich bringt, sind zwar klein, können aber alleine durch ihre Geschwindigkeit gefährlich werden.

Daher hat man sich bei der Nasa für eine "Duck and Cover"-Strategie entschieden: Während der heikelsten Phase, in der die Orbiter beschädigt werden könnten, werden sie sich hinter den Mars bewegen und dort "Deckung" vor der Staubwolke suchen. Die beiden Rover auf der Oberfläche des roten Planeten - "Curiosity" und "Opportunity" - können den Kometen dagegen ungestört beobachten: Die Mars-Atmosphäre sollte sie vor der Staubwolke des Kometen schützen.

Ursprünglich ging man gar davon aus, dass man einen Einschlag des Kometen auf dem Mars beobachten könnte, doch der Komet wird in einer Entfernung am roten Planeten vorbeifliegen, die weniger als die Hälfte des Abstands zwischen Erde und Mond beträgt - in Weltall-Dimensionen eine Haaresbreite.

Kometen sind für Forscher besonders interessante Objekte, weil sie Material aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems enthalten. Die Daten, die bei dem Vorbeiflug von "Siding Spring" gesammelt werden, könnten Hinweise auf den Ursprung des Sonnensystems geben. Deshalb hat die europäische Weltraumbehörde ESA bereits vor Jahren eine Mission auf die Reise zu einem Kometen geschickt. Nur knapp einen Monat nach dem Vorbeiflug von "Siding Spring" wird der Lander "Philae" der Raumsonde "Rosetta" auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" landen und ihn genauer erforschen.

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