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Komet Lovejoy C/2014 Q2 Komet Lovejoy bläst Alkohol ins All

Forscher nehmen den Kometen Lovejoy unter die Lupe und entdecken Überraschendes: Der Komet bläst Ethanol - Alkohol - ins All. Auch eine einfache Zuckerart finden die Forscher auf dem Gesteinsbrocken. Waren Kometen wie Lovejoy an der Entstehung des Lebens auf der Erde beteiligt?

Der Komet Lovejoy (C/2014 Q2), fotografiert im Januar 2015. Foto: imago/ZUMA Press

Der Komet Lovejoy (C/2014 Q2) spuckt große Mengen Alkohol ins All, zeigen neue Beobachtungen eines internationalen Forscherteams. Die Ergebnisse, die die Forscher um Nicolas Biver im Journal "Science Advances" veröffentlicht haben, weisen erstmals Ethanol - auf der Erde findet man die Verbindung in Alkohol - in einem Kometen nach.

Mit Hilfe eines 30-Meter-Radioteleskops in der spanischen Sierra Nevada beobachteten die Forscher den Kometen, als er sich im Januar der Sonne näherte. Eine Annäherung an die Sonne bedeutet bei einem Kometen eine Steigerung der Aktivität, da es wärmer wird und der Komet - ein Eisbrocken - anfängt, zu schmelzen. Mehr als 20 Tonnen Wasser pro Sekunde stieß Lovejoy in dieser Phase, in der der Kometenschweif entsteht, aus.

Doch die Forscher entdeckten nicht nur Wasser: 21 Moleküle konnten sie insgesamt nachweisen, darunter Ethanol und Glykolaldehyd, eine einfache Zuckerart. Während seiner höchsten Aktivität habe der Komet pro Sekunde mindestens so viel Alkohol ausgestoßen, wie in 500 Flaschen Wein stecke, erklärte der Studienautor Nicolas Biver der US-Raumfahrtorganisation Nasa.

Eisbrocken aus der Vergangenheit

Kometen sind gefrorene Überreste aus der Zeit, in der unser Sonnensystem entstanden ist. Sie zu erforschen, ermöglicht einen Blick in die frühe Zeit des Sonnensystems und kann möglicherweise Fragen beantworten, die Forscher sich schon lange stellen - allen voran die Frage, ob Kometen einst die Bausteine zur Entstehung des Lebens auf die Erde gebracht haben. Mit dieser Frage beschäftigt sich auch die "Rosetta"-Mission der europäischen Raumfahrtorganisation ESA, die den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko erforscht, um unter anderem herauszufinden, ob das Wasser auf dem Kometen dem auf der Erde ähnelt.

Mit dem Wasser von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko hatten die Forscher kein Glück, doch sie konnten 16 organische Verbindungen im Kometenstaub nachweisen. Viele der Stoffe gelten nach Angaben des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen als Schlüsselmoleküle für biochemische Reaktionen.

Die Forscher, die den Kometen Lovejoy beobachteten vermuten, dass Ethanol und Glykolaldehyd durch chemische Prozesse auf der Oberfläche entstanden sind und Kometen wie Lovejoy solche organischen Moleküle auf die Erde gebracht haben könnten. Die Frage, ob Kometen an der Entstehung des Lebens auf der Erde beteiligt waren, ist damit noch nicht beantwortet - doch zumindest weiß man, dass es auf Kometen schon früh Material gab, das die Entstehung des Lebens hätte beeinflussen können.

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