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Komet Lovejoy C/2014 Q2 Komet Lovejoy am Abendhimmel zu sehen

Der Komet Lovejoy (C/2014 Q2) ist derzeit von der Erde aus zu sehen. In dunkler Umgebung könnte eine Beobachtung sogar ohne Hilfsmittel gelingen - wenn das Wetter mitspielt. Nach seinem kurzen Gastspiel wird der Komet für etwa 8000 Jahre verschwinden.

Komet "Lovejoy" ist am 6. Januar über der Wüste von New Mexico (USA) zu sehen. Deutlich zu erkennen: Der Schweif und die grüne Farbe des Kometen. Foto: Alan Dyer/amazingsky.com/dpa

Er hat eine weite Reise hinter sich, wurde vor nicht einmal einem halben Jahr entdeckt und sorgt nun für Begeisterung auf der Erde: Komet Lovejoy (C/2014 Q2) ist derzeit am Abendhimmel zu sehen. Der Komet, der auf Aufnahmen grünlich leuchtet, kommt aus den Tiefen des Weltraums und nähert sich der Sonne. Bereits am 7. Januar ist "Lovejoy" der Erde so nah gekommen, wie es ihm seine Umlaufbahn erlaubt (etwa 70 Millionen Kilometer), nun entfernt er sich langsam wieder vom blauen Planeten, um am 30. Januar seinen sonnennächsten Punkt, das so genannte "Perihel" zu erreichen.

Mit der Annäherung an die Sonne und der damit einhergehenden Wärme wird der Komet heller, der charakteristische Schweif entsteht, der mit Hilfe von Ferngläsern zu sehen ist. "Lovejoy ist ein schöner, heller Komet, der im Süden hoch am Himmel steht", sagt der Kometen-Experte Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) der Nachrichtenagentur dpa. Ideal für die Beobachtung dürfte der 20. Januar sein: An diesem Tag wird der Himmel besonders dunkel sein, da Neumond ist und das Licht des Mondes nicht stört.

Der Komet müsste aufgrund seiner Helligkeit mit bloßem Auge sichtbar sein, allerdings sollte man dazu einen möglichst dunklen Standort aufsuchen, raten Astronomen. Ebenfalls empfehlenswert: Vor dem Beginn der Beobachtung sollten sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben (Dunkeladaption). Dabei stören nicht nur Lichtquellen wie Straßenlaternen oder vorbeifahrende Autos, sondern sogar Smartphone-Displays - weshalb Astronomen für die Suche nach bestimmten Himmelsobjekten auch keine Smartphone-Apps, sondern "altmodische" Sternenkarten und spezielle Rotlicht-Taschenlampen empfehlen, die bei der Dunkeladaption nicht stören.

Natürlich spielt auch das Wetter eine nicht zu unterschätzende Rolle beim Beobachten von Kometen. Deshalb hoffen Amateurastronomen in den nächsten Tagen und Wochen auf möglichst viele Wolkenlücken, um "Lovejoy" beobachten zu können.

Und man darf gespannt sein, was "Lovejoy" bis zum Perihel am 30. Januar noch bietet, denn Kometen sind immer wieder für Überraschungen gut. Der als "Jahrhundertkomet" angekündigte Komet "Ison", der zum Jahresende 2013 ein großes Spektakel am Nachthimmel abliefern sollte, enttäuschte auf voller Linie: Statt sehr hell zu werden und mit bloßem Auge am Nachthimmel sichtbar zu sein, zerbrach der Komet bei seiner größten Annäherung an die Sonne und war nicht mehr zu sehen.

"Lovejoy" (C/2014 Q2) selbst wird nach seinem kurzen Gastspiel am Abendhimmel so bald nicht mehr zu sehen sein: Er ist ein so genannter "langperiodischer" Komet, seine Umlaufbahn um die Sonne ist so groß, dass er erst in etwa 8000 Jahren wieder von der Erde aus zu sehen sein wird.

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