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ISS Progress Raumtransporter wird im Mai abstürzen

Knapp einen Tag nach dem Start des russischen "Progress"-Raumfrachters gibt die russische Raumfahrtorganisation Roskosmos den außer Kontrolle geratenen Raumtransporter auf. Scheitern die letzten Kontaktversuche, wird "Progress" Anfang Mai abstürzen. Die ISS-Besatzung soll nicht in Gefahr sein.

Ein "Progress"-Versorgungstransporter auf dem Weg zur ISS. (Archivbild) Foto: REUTERS

Einen Tag nach dem Start des russischen "Progress"-Raumfrachters und den anschließenden Problemen ist immer noch nicht ganz klar, was genau mit dem unbemannten Frachter passiert ist. Doch eine Frage ist mittlerweile geklärt: Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos wird nach Angaben der Agentur Interfax nicht mehr versuchen, die Kontrolle über den Frachter zu erlangen. Damit ist auch das Andockmanöver an der ISS vom Tisch.

Viel weiß man nicht über den Zustand des Raumtransporters, der mit rund 2,4 Tonnen beladen ist und neben Materialien für Experimente auch Treibstoff und Lebensmittel zur ISS bringen soll. Klar ist bisher nur: "Progress" dreht sich um die eigene Achse und befindet sich in einer falschen Umlaufbahn. Ein Kontakt konnte trotz mehrerer Versuche bisher nicht hergestellt werden. Scheitern auch die weiteren geplanten Kontaktaufnahme-Versuche, wird der Transporter unweigerlich abstürzen. "Falls keine Kurskorrektur gelingt, droht Anfang Mai ein Absturz und das Verglühen des Raumschiffs in der Atmosphäre", zitiert die russische Nachrichtenagentur Tass eine Quelle.

Irgendwann zwischen dem 7. und 11. Mai wird der Transporter nach Berechnungen der Raumfahrtbehörde wohl abstürzen. Bis dahin wolle man die Situation beobachten, ein paar Stunden vor dem Absturz könne man die genaue Uhrzeit und den Ort vorhersagen heißt es.

Für die ISS-Besatzung soll das alles erst einmal keine Auswirkungen haben. "Die sechs ISS-Crewmitglieder sind sicher", betont die US-Raumfahrtorganisation Nasa auf ihrer Website. Auch die Vorräte an Bord der ISS seien ausreichend, heißt es dort. Möglicherweise wird allerdings der nächste unbemannte Transportflug vorgezogen, um die Versorgung nicht zu gefährden.

Die Nachrichtenagentur Tass zitiert außerdem eine Quelle, die darauf hinweist, dass zur bemannten Sojus-Raumkapsel (seit dem Ende der US-amerikanischen Space Shuttles die einzigen Raumfahrzeuge, die Astronauten zur ISS bringen können) einige Elemente gehören, die denen der "Progress" ähneln. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Start der Sojus mit der neuen ISS-Crew aufgeschoben wird", heißt es deshalb. Eine Entscheidung ist aber wohl noch nicht getroffen worden.

 

Eigentlich hatte der Transporter "Progress" etwa sechs Stunden nach dem Start im russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan die ISS erreichen sollen, doch kurz nach der Trennung von der Sojus-Trägerrakete begannen die Probleme. Es war unklar, ob alle Antennen geöffnet werden konnten, außerdem hieß es, die geplante Umlaufbahn sei um 30 Kilometer überschritten worden.

Die Kontaktaufnahme mit der "Progress"-Kapsel ist nur möglich, wenn sie russische Bodenstationen in Europa oder Asien überfliegt. Bei mehreren dieser Überflüge scheiterte die Kontaktaufnahme, doch ein Video deutete in den Stunden nach dem Start an, dass "Progress" größere Probleme hat: Auf dem Video ist immer wieder die Erde zu sehen, dann dreht sich die Kapsel weg. Sie scheint um ihre eigene Achse zu rotieren - ein Zustand, in dem es unmöglich schien, an der ISS anzudocken. Deshalb wurde der Plan nach dem Start geändert: Statt vier Erdumrundungen und sechs Stunden Flug sollte die "Progress" 34 Mal die Erde umrunden und die ISS nach zwei Tagen erreichen. Doch noch am gleichen Tag teilte die US-Raumfahrtorganisation Nasa mit, dass sie nicht mit einem Dockingmanöver am Donnerstag rechnet. Sie sollte Recht behalten. Nun ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die "Progress" abstürzt.

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