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ISS "Progress" Neue Absturzprognose veröffentlicht

Der unbemannte russische Raumfrachter "Progress" taumelt unkontrolliert der Erde entgegen. Eine genaue Absturz-Vorhersage ist schwierig, doch spätestens am Freitag dürfte der Frachter abstürzen.

Ein "Progress"-Versorgungstransporter auf dem Weg zur ISS. (Archivbild) Foto: REUTERS

Nachdem der unbemannte russische Raumfrachter "Progress" nach dem Start am 28. April außer Kontrolle geraten ist, rückt nun der Absturz näher. Das Büro für Weltraumschrott der europäischen Raumfahrtorganisation ESA veröffentlicht eine neue Absturz-Vorhersage, doch noch ist es schwierig, eine genaue Angabe zu machen. "Wir sagen einen unkontrollierten Wiedereintritt irgendwann zwischen dem späten Donnerstagabend und Freitagmittag voraus", sagt Dr. Holger Krag, der für das ESA-Büro für Weltraumschrott in Darmstadt arbeitet am Donnerstag Vormittag. Mittlerweile geht die ESA davon aus, dass nur noch die Nacht von Donnerstag auf Freitag in Frage kommt, einen Absturz später als am frühen Freitagmorgen schließen die Experten aus.

Wann genau "Progress" abstürzt, ist jedoch weiterhin schwierig vorherzusagen, zu viele unbekannte Faktoren spielen eine Rolle. Berichte, die eine genaue Absturzeit oder gar einen genauen Ort bennen, seien zu dieser Zeit rein spekulativ, betont Krag und beruhigt: "In sechs Jahrzehnten Raumfahrt wurde kein Mensch jemals von Weltraumschrott getroffen." Es gebe jedoch erste Hinweise darauf, dass die Wahrscheinlichkeit eines Absturzes über Europa oder Nordamerika signifikant geringer geworden sei, wie die ESA sehr vorsichtig formuliert.

"Progress" wirdnach dem Absturz in der Erdatmosphäre verglühen - ein Schicksal, das den Raumfrachter eigentlich erst in einigen Monaten hätte ereilen sollen. Ursprünglich sollte der Raumfrachter etwa sechs Monate an der ISS angedockt bleiben und dann - beladen mit Müll aus der ISS - bei einem kontrollierten Absturz in der Erdatmosphäre verglühen.

Nun sinkt der Raumfrachter unkontrolliert der Erde entgegen, dabei rotiert er stark. Nach Angaben der ESA dreht sich die Raumkapsel in 1,8 Sekunden einmal um sich selbst. Die russische Raumfahrtorganisation Roskosmos hatte den Kontakt zu "Progress" direkt vor dem Abtrennen von der Trägerrakete Sojus verloren und ihn seitdem nicht wiederherstellen können. Eigentlich sollte "Progress" Lebensmittel, Wasser, Treibstoff und Experimente zur Internationalen Raumstation ISS transportieren. Dass dies nun nicht geschieht, ist keine unmittelbare Gefahr für die derzeit sechs Astronauten an Bord. "Uns gehen Nahrung, Wasser und Sauerstoff nicht so bald aus - wir haben genug Reserven", meldete sich vor einigen Tagen ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti zu Wort. Cristoforetti befindet sich derzeit an Bord der ISS, soll jedoch Mitte Mai zur Erde zurückkehren.

Auf den Start der nächsten Astronauten, die noch im Mai zur ISS starten sollen, könnte der Unfall dagegen Auswirkungen haben. Es ist möglich, dass der Flug verschoben wird, um kein Risiko einzugehen, bis man den Auslöser des Problems gefunden hat.

 

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