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Falcon Dragon SpaceX Unbemannter Raumfrachter explodiert

Wenige Minuten nach dem Start explodiert eine "Falcon 9"-Rakete und mit ihr der unbemannte Raumfrachter "Dragon". Dringend benötigter Nachschub für die ISS ist damit verloren. Es ist ein weiterer Rückschlag für die Raumfahrt.

"Dragon" explodiert in der Luft. Foto: AFP

Es ist ein trauriger Tag für die Raumfahrt - wieder einmal. Nur wenige Minuten nach dem Start explodiert die "Falcon 9"-Rakete, die den privaten Raumfrachter "Dragon" zur Internationalen Raumstation ISS bringen sollte. Seit dem ersten Start im Dezember 2010 gelang es jedes Mal, den "Drachen" erfolgreich zu starten. Doch der neunte Versuch, den unbemannten Raumfrachter ins All zu katapultieren, misslang. "Etwas ist beim Start schiefgelaufen", schrieb die US-Raumfahrtorganisation Nasa nach der Explosion auf Twitter. Von "Überdruck" in einem Tank mit flüssigem Sauerstoff sprach SpaceX-Gründer Elon Musk auf Twitter. Seine Firma steht hinter "Falcon 9" und "Dragon", dem zuverlässigen Raumfrachter, der zum siebten Mal die Internationale Raumstation ISS beliefern sollte.

676 Kilogramm Versorgungsgüter für die ISS-Besatzung waren an Bord der "Dragon"-Raumkapsel, dazu kamen unter anderem 461 Kilogramm Systemhardware, 529 Kilogramm für wissenschaftliche Experimente und 166 Kilogramm Ausrüstung für Außeneinsätze der Astronauten. Insgesamt waren mehr als zwei Tonnen Ladung an Bord, die nun unwiderruflich verloren sind. "Wir sind enttäuscht über den Verlust der aktuellen SpaceX-Mission zur Internationalen Raumstation", ließ Nasa-Administrator Charles Bolden nach der Explosion mitteilen. Man werde eng mit SpaceX zusammenarbeiten um zu verstehen, was passiert sei. Dann werde man das Problem beheben und wieder fliegen.

Auch wenn bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit ein Raumfrachter voller Versorgungsgüter für die Astronauten an Bord der ISS verlorengegangen ist: "Die Astronauten an Bord sind sicher und haben genügend Verpflegung für die nächsten Monate", betont Bolden. Derzeit sind mit Gennadi Padalka, Scott Kelly und Michail Kornienko nur drei Astronauten an Bord. Doch noch im Juli soll die Crew Verstärkung bekommen: Der Russe Oleg Kononenko, der Amerikaner Kjell Lindgren und der Japaner Kimiya Yui sollen am 23. Juli an Bord einer russischen "Sojus" zur ISS fliegen.

Noch vorher, am 3. Juli, soll der nächste russische "Progress"-Raumfrachter zur Internationalen Raumstation starten. Der Start war verschoben worden, nachdem ein unbemannter "Progress"-Raumfrachter nach dem Start außer Kontrolle geriet und später in der Erdatmosphäre verglühte. Für August ist außerdem der Flug eines unbemannten japanischen HTV-Transporters geplant, im Dezember soll "Cygnus" einen Versorgungsflug unternehmen.

Dass nun auch ein SpaceX-Raumtransporter verlorengegangen ist, ist ein weiterer Rückschlag für die Raumfahrt allgemein und insbesondere auch für den US-amerikanischen Versuch, verstärkt auf die private Raumfahrtunternehmen zu setzen. Erst im Oktober 2014 war eine "Antares"-Rakete des privaten Raumfahrtunternehmen Orbital Sciences beim Start explodiert und mit ihm auch der Raumfrachter "Cygnus", der Nachschub zur ISS bringen sollte.

Der nächste Start des "Progress"-Frachters am 3. Juli wurde bereits vor der Explosion von "Dragon" mit großer Spannung erwartet. Nach dem Ausfall des privaten Transporters dürfte die Spannung und der Druck weiter steigen - der Ausfall eines weiteren Transporters und seiner Ladung dürfte für die ISS-Crew nur schwer zu verschmerzen sein. Zuletzt wurde die ISS im April mit Nachschub versorgt - von einem "Dragon"-Transporter.

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