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ExoMars "Schiaparelli" macht es spannend

Ist "Schiaparelli" die achte Sonde, die erfolgreich auf dem Mars gelandet ist? Die Raumfahrtbehörden von Europa und Russland müssen weiter auf eine Bestätigung ihrer geplanten Marslandung warten. Die Ereignisse des Tages im Ticker.

Illustration: Das Landemodul "Schiaparelli" kurz vor der Landung auf dem Mars. Foto: ESA/ATG medialab/dpa

Vor mehr als sieben Monaten ist der erste Teil der "ExoMars"-Mission gestartet. An Bord einer russischen Proton-Trägerrakete flogen der "Trace Gas Orbiter" und das Landemodul "Schiaparelli" ins All. Nun steht der Höhepunkt des ersten Teils der russisch-europäischen Kooperation bevor: "Schiaparelli" soll auf dem Mars landen. Die Ereignisse rund um die Marslandung, live aus dem Europäischen Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt:

20:50 Uhr: Das war es für heute, das Warten geht weiter. Im Laufe des morgigen Vormittags dürfte das Schicksal von "Schiaparelli" geklärt werden - hoffentlich.

20:40 Uhr: "Es war ein großer Erfolg", betont Esa-Chef Jan Wörner. "Es ist eine große Leistung, zum Mars zu fliegen." "Schiaparelli" sei ein Testinstrument, man werde nun seine Schlüsse aus dem Test ziehen. "Ich habe noch Hoffnung, dass es gut ausgeht", so Wörner weiter.

20.38 Uhr: Heute scheint es keine Informationen über das Schicksal von "Schiaparelli" mehr zu geben. Über Nacht werden Experten Daten auswerten. Morgen Vormittag wird es weitere Informationen geben, verspricht Paolo Ferri.

20:35 Uhr: Daten von "Mars Express" zeigten das selbe. "Heute Nacht bekommen wir Daten, die TGO von Schiaparelli empfängt. Das ist fundamental. Diese Landung war ein Test und wir wollen wissen, was passiert ist, um zu lernen."

20:34 Uhr: Paolo Ferri: "Wir haben die Landesequenz gesehen, sie sah gut aus. Wir haben das Signal an einem bestimmten Punkt verloren - aber das Signal war sehr schwach, das war zu erwarten."

20:30 Uhr: Bestätigung aus dem Kontrollzentrum: Der Orbiter TGO ist in einem planmäßigen Orbit um den Mars. Fehlt noch "Schiaparelli".

20:28 Uhr: Jetzt wird es erneut spannend: gibt es gute Nachrichten von "Schiaparelli"? 

19:51 Uhr: Warum sich die Menschheit so sehr für den Mars interessiert? Alexander Gerst kann es erklären: "Uns interessiert, warum der Mars, der früher bewohnbar war, heute wüst und leer ist." Wenn man sich überlege, was mit der Erde passiere, hätte sie das gleiche Klima wie der Mars - "das müssen wir Erdlinge verhindern", so Gerst weiter.

19:48 Uhr: "Im Kontrollraum konnte man eine Stecknadel fallen hören, bis das Signal des Orbiters ankam", erklärt Gerst. Der Esa-Astronaut wird 2018 erneut auf die ISS fliegen - und dieses Mal auch als Kommandant fungieren.

19.45 Uhr: "Egal wie die Mission ausgeht, wie lernen daraus", sagt der Esa-Astronaut Alexander Gerst. Um 20:30 Uhr soll es ein Update geben. Dann werden Daten des Nasa-Rovers MRO erwartet.

18:37 Uhr: Die Lande-Daten von "Mars Express" werden noch analysiert. Die Spannung ist kurzfristig der Freude gewichen - jetzt geht das Bangen weiter.

18:35 Uhr: Im Kontrollzentrum ist die Erleichterung groß: der Orbiter ist wieder da. Fehlen noch Informationen zur Marslandung von "Schiaparelli".

18:35 Uhr: Endlich, eine Erfolgsmeldung: TGO ist hinter dem Mars aufgetaucht und wieder erreichbar. 

18:25 Uhr: Das Warten geht weiter. Mittlerweile werden die Daten von "Mars Express" ausgewertet, die Spannung steigt. Ist "Schiaparelli" die achte Sonde, die erfolgreich auf dem Mars landet? Oder ist die Landung gescheitert, wie beim ersten Versuch der Esa, auf dem Mars zu landen?

18:05 Uhr: Sechs Minuten dauert die Landung vom Eintritt in die Marsatmosphäre bis zur Landung. Innerhalb dieser Zeit wird das Modul von 21.000 km/h auf 7 km/h heruntergebremst. Die beteiligten Wissenschaftler können in dieser Zeit nichts anderes tun, als die Daumen zu drücken. Knapp zehn Minuten dauert es, bis ein Signal vom Mars auf der Erde ankommt - die Forscher können deshalb nicht korrigierend eingreifen.

18:02 Uhr: In den Tagen vorher wurden bereits sämtliche Kommandos für die Landung an "Schiaparelli" geschickt - das etwa 600 Kilogramm schwere Landemodul ist bei der Landung auf sich alleine gestellt.

17:50 Uhr: Momentan empfängt die Station Cerberos in Spanien die Daten von "Mars Express". Sie werden dringend auf der Erde erwartet.

17:48 Uhr: "Gerade empfangen wir gar keine Signale vom Mars, aber das ist normal", erklärt Andrea Accomazzo.

17:45 Uhr: Die sichere Landung ist übrigens die Hauptaufgabe von "Schiaparelli". Das Landemodul ist quasi die Generalprobe für den zweiten Teil der "ExoMars"-Mission, die 2020 starten soll. Dann soll ein Rover auf dem Mars landen, die Erkenntnisse aus "Schiaparellis" Landung sollen dafür genutzt werden.

17:40 Uhr: Mittlerweile sollte TGO sein Bremsmanöver beendet haben. Weil er sich momentan von der Erde aus gesehen hinter dem Mars befindet, ist eine Kommunikation mit der Erde noch nicht möglich.

17:37 Uhr: Gelingt die Landung von "Schiaparelli", wäre es das erste Mal, dass eine Raumfahrtorganisation jenseits der Nasa ein Gerät heil auf den Mars bringt. Bisher sind 2 "Viking"-Sonden, das Duo "Pathfinder/Sojourner", die Zwillings-Rover "Spirit" und "Opportunity", "Phoenix" und der jüngste Rover, "Curiosity" auf dem Mars gelandet. Zwei von ihnen - "Opportunity" und "Curiosity" - sind noch aktiv.

17:33 Uhr: "Mars Express" hat die Landung von "Schiaparelli" beobachtet und aufgezeichnet. Die Daten werden zur Erde geschickt und ausgewertet. TGO ist unterdessen noch mit dem Bremsmanöver beschäftigt, das ihn in die Mars-Umlaufbahn bringen soll.

17:31 Uhr: "Alle im Kontrollzentrum warten gespannt auf die Daten von "Mars Express"", erklärt Ferri. Also geht das Warten weiter.

17:25 Uhr: Zwischen 20:00 und 20:30 Uhr kontaktiert der Mars-Orbiter MRO "Schiaparelli" und schickt Daten zur Erde. Das könnte die endgültige Bestätigung sein, was mit dem Lander passiert ist.

17:22 Uhr: Vor der Landung wurde das Signal verloren, erklärt Paolo Ferri. Nun müsse man auf die Daten von "Mars Express" warten. "Das ist ungefähr das, was wir erwartet haben", so Ferri. Die Landung mit dem Teleskop zu bestätigen, sei ein Experiment gewesen.

17.17 Uhr: Die Esa illustriert in einem Echtzeit-Video, wie die Mars-Landung aussieht.

17:10 Uhr: Noch kein Signal von "Schiaparelli". Das heißt aber nicht, dass die Landung fehlgeschlagen ist - das Signal könnte einfach zu schwach sein.

17.09 Uhr: "Wissenschaft ist das zweite Ziel. Die erste Zielsetzung ist, auf dem Mars zu landen", erklärte Esa-Mitarbeiter Rolf de Groot beim Start der "ExoMars"-Mission im März. "Schiaparellis" vollständiger Name lautet "Schiaparelli EDM lander", EDM steht für "Entry, Descent and Landing Demonstrator Module".

17:01 Uhr: Sollte "Schiaparelli" erfolgreich landen, wird das Modul einige wissenschaftliche Instrumente einsetzen: Das Gerät "DREAMS" (Dust Characterisation, Risk Assessment, and Environment Analyser on the Martian Surface) soll unter anderem Windgeschwindigkeit und -richtung, Feuchtigkeit, Druck und die Temperatur in der Nähe der Oberfläche messen. Andere Sensoren sollen Daten rund um die Landung sammeln und beispielsweise die Hitzeentwicklung beim Eintritt in die Mars-Atmosphäre überwachen.

16:58 Uhr: Die Anspannung ist riesig. Alle im Kontrollzentrum schauen auf den Bildschirm, auf dem gleich ein Signal auftauchen könnte.

16:52 Uhr: Theoretisch müsste "Schiaparelli" bereits gelandet sein. Die Bestätigung wird noch auf sich warten lassen.

16:48 Uhr: Das Landemodul "Schiaparelli" ist übrigens nach dem italienischen Astronomen Giovanni Schiaparelli (1835-1910) benannt. Er beobachtete unter anderem die Planeten Merkur, Venus und Mars. Auf dem roten Planeten entdeckte er 1877 etwas, das von den Medien "Marskanäle" genannt wurde. Es handelt sich um feine Linienstrukturen auf dem Mars, die teilweise Canyons sind, teilweise auch optische Täuschungen.

16:38 Uhr: Gleich beginnt "Schiaparelli" mit der kritischen Phase, den "sechs Minuten des Terror": um 16:42 Uhr taucht das Landemodul in die Mars-Atmosphäre ein, sechs Minuten später landet es - hoffentlich. Auf der Erde bekommt man frühestens zehn Minuten später einen ersten Hinweis darauf, ob die Landung erfolgreich war.

16.36 Uhr: Während "Schiaparelli" höchstens einige Tage (eine Batterieladung lang) auf dem Mars überleben kann, soll der "Trace Gas Orbiter" (TGO), der ihn ins All transportiert hat, länger aktiv bleiben. Der Orbiter soll auch beim zweiten Teil der "ExoMars"-Mission 2020 noch den Mars umkreisen und die Kommunikation des Rovers mit der Erde unterstützen. Diese Aufgabe übernimmt er auch für "Schiaparelli" - gemeinsam mit anderen Orbitern, die derzeit um den Mars kreisen.

16:21 Uhr: "Der Terror hat vor einer halben Stunde begonnen", sagt Ferri in Anspielung auf die Zeit, in der "Schiaparelli" unterwegs zum Mars ist, ohne dass ein Mitarbeiter von der Erde aus eingreifen kann. Alle Mitarbeiter seien sehr angespannt.

16:19 Uhr: Paolo Ferri hofft, dass das Signal der Ankunft von "Schiaparelli" auf dem Mars vom Radioteleskop in Indien aufgefangen wird. Wäre das Signal 10 Minuten nach der Landjng auf dem Mars da, wäre das ein gutes Zeichen, so Ferri. Schafft das Teleskop in Indien es nicht, gibt es erste Hinweise von "Mars Express" um 18:30 Uhr.

16.15 Uhr: Bei der Landung wird "Schiaparelli" nur noch 300 Kilogramm wiegen - unter anderem entfallen das Hitzeschild und der Fallschirm, der das Landemodul abbremst.

16:06 Uhr: Genau 9 Minuten und 47 Sekunden dauert es momentan, bis ein Signal vom Mars auf der Erde ankommt.

16:00 Uhr: Vom Start am 14. März 2016 bis zur Ankunft am Mars hat das Duo TGO/"Schiaparelli" 496 Millionen Kilometer zurückgelegt.

15:45 Uhr: Über Twitter teilt die Esa die erste Erfolgsmeldung mit: ein Teleskop in Indien hat ein "schwaches Signal" empfangen, "Schiaparelli" ist pünktlich aufgewacht. Flugdirektor Michel Denis bestätigt das: "Schiaparelli lebt!"

15.38 Uhr: "Schiaparelli" wird in der Gegend Meridiani Planum auf dem Mars landen. Die Gegend befindet sich in der Nähe des Äquators. Anvisiert wird ein Landegegend, die elliptisch ist: sie ist etwa 100 Kilometer lang und 15 Kilometer breit.

15:27 Uhr: Bevor das Landemodul "Schiaparelli" in einigen Minuten aufgeweckt wird, beginnt der Mars-Orbiter "Mars Express" damit, nach "Schiaparelli" zu lauschen. "Mars Express" ist ebenfalls ein Esa-Orbiter, er soll sämtliche Signale von "Schiaparelli" aufzeichnen, bis dieser nach der Landung in einen Energiesparmodus wechselt.

15:20 Uhr: Der Name der Mission "ExoMars" reflektiert das Ziel der Mission: Die Suche nach exobiologischen Spuren und die mögliche Existenz von Leben auf dem Mars.

15:15 Uhr: Der Mars-Orbiter TGO hat sein Triebwerk gezündet. Das soll ihn in den nächsten zwei Stunden so weit herunterbremsen, dass der Orbiter von der Schwerkraft des Mars "eingefangen" wird.

15:10 Uhr: Für die "ExoMars"-Mission kooperieren die europäische Raumfahrtorganisation Esa und die russische Organisation Roskosmos. Die Russen stellen Proton-Raketen für beide Teile der Mission, außerdem stammen zwei von vier wissenschaftlichen Instrumenten, die TGO dabei hat, aus Russland. Beim zweiten Teil der Mission wird der europäische Rover "ExoMars" unter anderem von einer russischen Landestruktur geschützt.

15:03 Uhr: Der heutige Zeitplan: Um 15:15 Uhr beginnt der so genannte "Mars Orbit Insertion Burn". Der Orbiter TGO zündet seine Triebwerke, um in einen Mars-Orbit einzuschwenken. Um ca. 15:38 Uhr wird "Schiaparelli" aufgeweckt. Um 16:42 Uhr wird "Schiaparelli" mit der Landung beginnen, sechs Minuten später soll "Schiaparelli" landen. Signale vom Mars erreichen die Erde frühestens zehn Minuten später. Da die Signale von "Schiaparelli" sehr schwach sind, rechnet die Esa erst gegen 18:30 Uhr mit einer Bestätigung. Dann könnte der europäische Mars-Orbiter "Mars Express" erste Informationen zur Erde schicken.

14:55 Uhr: In den vergangenen Tagen wurde bereits Vorarbeit für die heutige Mars-Landung geleistet: Am Sonntag trennten sich Landegerät und Orbiter voneinander, am Montag absolvierte TGO ein Manöver, das ihn mehrere hundert Kilometer vom Mars entfernte.

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