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ExoMars-Mission zum Mars „Schiaparelli“ auf der Zielgeraden

Das Landegerät „Schiaparelli“ trennt sich vom Orbiter „TGO“ und legt den verbleibenden Weg zum Mars alleine zurück. Am Mittwoch soll „Schiaparelli“ auf dem Mars landen.

Der Lander "Schiaparelli" hat sich mittlerweile vom "Trace Gas Orbiter" getrennt und bewegt sich auf den Mars zu. (Grafische Darstellung) Foto: ESA/ATG Medialab/dpa

Der Mars-Orbiter "TGO" und das Landegerät "Schiaparelli" haben auf dem Weg zur Landung auf dem Mars kritische Manöver erfolgreich gemeistert. Das 600 Kilogramm schwere Landemodul "Schiaparelli" dockte am Sonntagnachmittag von "TGO" ab. Drei Tage später - am Mittwochnachmittag - soll "Schiaparelli" auf dem Mars landen.

Bei "Schiaparelli" handelt es sich - im Gegensatz zu den Nasa-Rovern "Curiosity" und "Opportunity" um ein Landegerät, das nicht über den roten Planeten fahren kann. Ein fahrbarer Rover ist erst für den zweiten Teil der europäisch-russischen "ExoMars"-Mission geplant: 2020 soll der Rover "ExoMars" den Mars erkunden und dabei auch bis zu zwei Meter tief bohren. Der Orbiter "TGO" soll so lange den Mars umkreisen und erst als Kommunikationsrelais für "Schiaparelli" und später auch für "ExoMars" dienen.

Zuvor muss "TGO" jedoch auch kritische Manöver durchführen, um nicht gemeinsam mit "Schiaparelli" auf den Mars zu stürzen. In einem ersten Schritt wurde dazu am frühen Montagmorgen ein Manöver durchgeführt, das die Flugbahn von "TGO" erhöhte. Dazu feuerte der Orbiter seinen Antrieb für 46 Sekunden, was seine Bahn mehrere hundert Kilometer anhob. Am Mittwoch soll TGO seine geplante Umlaufbahn um den Mars erreichen.

Ebenfalls am Mittwoch soll "Schiaparelli" auf dem Mars landen. Mit einer Geschwindigkeit von 21.000 Kilometern pro Stunde soll das Landemodul am Nachmittag in die Mars-Atmosphäre eintreten - es folgt ein sechs Minuten langer Abstieg, bei dem die Forscher auf der Erde nichts weiter tun können, als warten, ob alles funktioniert.

Die Landesequenz ist vorprogrammiert, ein Hitzeschild soll "Schiaparelli" während des Abstiegs schützen. In einer Höhe von 1,3 Kilometern beginnt ein Triebwerk, das Landemodul abzubremsen. Zwei Meter über der Oberfläche ist "Schiaparelli" noch sieben km/h schnell und wird zu Boden stürzen. Diese Landesequenz wird "Schiaparelli" autonom durchführen. Ob die Landung tatsächlich erfolgreich war, werden die Wissenschaftler im Darmstädter Satellitenkontrollzentrum Esoc erst knapp zehn Minuten später erfahren: So lange dauert es am Mittwoch, bis ein Signal vom Mars auf der Erde ankommt.

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