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„ExoMars“-Mission Warten auf das Signal vom Mars

Konnte die Sonde "Schiaparelli" auf der Oberfläche des Roten Planeten aufsetzen? Die Informationen über Europas erste Landung auf dem Mars lassen auf sich warten. Doch zumindest ein Teilerfolg konnte bereits vermeldet werden.

Illustration des Schiaparelli-Moduls nach der Landung auf der Oberfläche des Mars. Foto: dpa

Europa ist auf dem Weg zum Mars – ob die erste Landung dort geglückt ist, stand allerdings am Mittwoch noch nicht fest. Erst für Mitternacht wurde Aufschluss darüber erwartet, ob Roboter Schiaparelli auf der Oberfläche des Roten Planeten aufsetzen konnte. Paolo Ferri, Leiter des Missionsbetriebs bei der ESA, sagte, das Radioteleskop in Indien und die Sonde Marsexpress hätten beide das Signal des Landegeräts vor dem Aufsetzen verloren. Sie wüssten noch nicht, was das bedeutet.

Doch zumindest ein Teilerfolg konnte bereits vermeldet werden: Die Muttersonde „Trace Gas Orbiter“ ist sicher in die Umlaufbahn eingeschwenkt. Das erlösende Signal aus rund 500 Millionen Kilometern Entfernung ging gegen 18.30 Uhr ein.

Die „ExoMars“-Mission ist nicht der erste Ausflug der ESA zum Mars: Bereits 2003 hatte die Weltraumorganisation die Sonde Mars Express und den Landeroboter Beagle 2 zum Roten Planeten geschickt. Doch während die Sonde bis heute zuverlässige Dienste tut und auch beim Empfang der Signale von ExoMars eine wichtige Rolle spielte, brach die Verbindung zu Beagle 2 ab. Ob er je gelandet ist, vermag niemand mit Sicherheit zu sagen. Die US-amerikanischen Kollegen von der Nasa waren in dieser Beziehung erfolgreicher: Ihre Rover „Curiosity“ und „Opportunity“ leisten bereits seit Jahren Forschungsarbeit auf dem Mars.

Dieses Mal hat sich die ESA in einer gemeinsamen Mission mit der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos auf die Reise zum Mars gemacht; beide investieren jeweils mehr als eine Milliarde Euro in das Projekt. Der „Trace Gas Orbiter“ und das Landegerät Schiaparelli – das nach einem italienischen Astronomen benannt ist – waren am 14. März vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus in All geschossen worden. Am Sonntag hatte sich Schiaparelli vom Mutterschiff abgetrennt; es war der erste große heikle Moment dieser ambitionierten Mission.

Am Mittwoch um 15.45 Uhr mitteleuropäischer Zeit dann empfing das riesige Radioteleskop im indischen Pune die Bestätigung, dass Schiaparelli erfolgreich aktiviert wurde und sich auf den Weg zur Oberfläche machen kann. Ein kompliziertes Manöver, wie Missionsbetriebsleiter Ferri sagte.

Der kleine Roboter soll Windgeschwindigkeit, Feuchtigkeit, Druck und Temperatur am Landeplatz aufzeichnen und die ersten Messungen elektromagnetischer Felder auf der Marsoberfläche liefern. Die Wissenschaftler von ESA und Roskosmos erhoffen sich Informationen über die Auslöser der häufigen Sandstürme auf dem Planeten.

Eine Hauptaufgabe von Schiaparelli soll es indes sein, die komplexen Technologien für die 2020 im zweiten Teil der ExoMars-Mission geplante Landung eines größeren Forschungsroboters zu testen.

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