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ExoMars-Mission der Esa „Schiaparelli“ soll heute auf dem Mars landen

Die Spannung ist groß: Im Laufe des Tages soll das europäische Modul "Schiaparelli" auf dem Mars landen. Es wäre das erste Mal, dass eine Sonde auf dem roten Planeten landet, die nicht aus den USA stammt.

Beim Eintritt in die Mars-Atmosphäre muss "Schiaparelli" abbremsen. (Illustration Foto: ESA/ATG medialab/dpa

Gut sieben Monate nach dem Start soll am heutigen Mittwoch der vorläufige Höhepunkt der "ExoMars"-Mission stattfinden: Das Landemodul "Schiaparelli" soll auf dem Mars landen. Gelingt die Landung, wäre es das erste Mal, dass die europäische Raumfahrtorganisation Esa eine Sonde auf dem Mars landen lässt. Viele wissenschaftliche Instrumente hat "Schiaparelli" nicht dabei, denn das etwa 600 Kilogramm schwere Modul soll in erster Linie die Landung auf dem Planeten testen.

Übersteht es die Landung, kann "Schiaparelli" so lange die Umgebung des Landeplatzes analysieren, bis die Batterien nach einigen Tagen leer sind. Das Gerät "DREAMS" (Dust Characterisation, Risk Assessment, and Environment Analyser on the Martian Surface) soll die Landestelle erkunden: unter anderem sollen Windgeschwindigkeit und -richtung, Feuchtigkeit, Druck und die Temperatur in der Nähe der Oberfläche gemessen werden. Andere Sensoren sollen Daten rund um die Landung sammeln und beispielsweise die Hitzeentwicklung beim Eintritt in die Mars-Atmosphäre überwachen.

Die Erkenntnisse, die "Schiaparelli" durch die Landung gewinnt, sollen in den zweiten Teil der "ExoMars"-Mission einfließen, die 2020 starten soll. Dann soll ein Rover - der sich im Gegensatz zu "Schiaparelli" auf dem Mars bewegen kann - auf dem roten Planeten landen. "ExoMars" heißt dieser Rover, der unter anderem bis zu zwei Meter tief bohren und in der Tiefe nach Spuren von Leben auf dem Mars suchen soll.

Unterdessen wird der so genannte "Trace Gas Orbiter" (TGO), der mit "Schiaparelli" im März ins All geschossen wurde, in eine Umlaufbahn um den Mars einschwenken und von dort aus das die Landung von "Schiaparelli" beobachten. TGO soll dem Landemodul als Kommunikationsrelais dienen und später unter anderem die Marsatmosphäre auf Methan-Vorkommen untersuchen. Dieses Spurengas entsteht durch geologische Prozesse oder durch eine biologische Quelle. Letzteres hoffen die Forscher zu finden.

Die "ExoMars"-Mission ist eine europäisch-russische Kooperation und - wie jede Mars-Mission - auf der Suche nach Spuren von Leben auf dem roten Planeten. Der Mars gilt als der am besten erforsche Himmelskörper in unserem Sonnensystem. Derzeit sind alleine zwei Rover - "Opportunity" und "Curiosity" - auf der Oberfläche des Planeten aktiv, im Orbit kreisen außerdem mehrere Rover. Neben der europäischen "Mars Express"-Sonde befinden sich die Nasa-Orbiter "Mars Reconnaissance Orbiter", "Maven" und "Mars Odyssey" sowie der indische "Mars Orbiter Mission" in einer Umlaufbahn um den Mars.

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