Lade Inhalte...

ExoMars Mars-Orbiter zeigt "Schiaparelli"-Landestelle

Ein Mars-Satellit der Nasa fotografiert die Stelle, an der die Esa-Raumsonde "Schiaparelli" wohl abgestürzt und wahrscheinlich explodiert ist. Die Analyse der genauen Absturzursache geht unterdessen weiter.

28.10.2016 08:23
Die Aufnahme des "Mars Reconnaissance Orbiters" zeigt einen großen Krater - hier könnte "Schiaparelli" abgestürzt und explodiert sein. Foto: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona/dpa

Eine Woche nach der Bruchlandung der Mars-Sonde "Schiaparelli" zeigt ein vom Nasa-Satelliten "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) aufgenommenes Foto weitere Details des Absturzgebiets. Das Bild zeigt einen dunklen Flecken mit einem Durchmesser von rund 2,4 Metern. Der Fleck sehe aus wie ein Krater, den ein etwa 300 Kilogramm schweres Objekt mache, das mit mehreren hundert Kilometern pro Stunde einschlage, heißt es bei der Esa. Der Krater könne etwa 50 Zentimeter tief sein, künftige Bilder könnten möglicherweise mehr Details ans Licht bringen, so die Esa weiter. Außerdem seien asymmetrische Markierungen zu erkennen, die jedoch schwer zu deuten seien.

Etwa 1,4 Kilometer südlich des Kraters ist eine weiße Stelle zu sehen. Dabei handele es sich um den Fallschirm, den "Schiaparelli" zum Abbremsen nutzte, bestätigen die Forscher. Auch das Hitzeschild, das nach dem Eintritt in die Marsatmosphäre abgestoßen wurde, haben die Forscher auf den Bildern entdeckt. In den kommenden Wochen soll MRO weitere Aufnahmen der Bruchlande-Stelle machen - unter anderem unter unterschiedlichen Lichtbedingungen. Die Forscher, die die Daten analysieren, können dann die unterschiedlichen Schattenwürfe nutzen, um die Höhe des Geländes zu bestimmen.

Das erste europäisch-russische Mars-Landegerät, "Schiaparelli", war beim Aufprall auf der Oberfläche des Roten Planeten am Mittwoch vergangener Woche wahrscheinlich explodiert. Ursache für den Absturz könnte nach Einschätzung der Esa ein Kommunikationsfehler gewesen sein. Die Analyse der Daten ist weiter im Gange.

Mit dem Milliardenprojekt ExoMars suchen Europa und Russland nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten. 2020 wollen sie einen Rover zum Mars schicken. Der Forschungssatellit "Trace Gas Orbiter" (TGO), der im März gemeinsam mit "Schiaparelli" zum Mars gestartet war, kreist unterdessen um den Planeten. TGO soll künftig nach Spuren von Methan in der Atmosphäre suchen. Wird das Gas nachgewiesen, könnte dies ein Hinweis auf biologische Aktivität sein. (tab/dpa)

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen