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ExoMars Europäische Sonde auf dem Weg zum Mars

Zwölf Stunden nach dem Start der „ExoMars“-Mission können die Beteiligten durchatmen: Das erste Signal des Satelliten ist auf der Erde eingetroffen, die Experten der Esa in Darmstadt übernehmen die Kontrolle und starten die Triebwerke. Nun folgt ein sieben Monate langer Flug zum Mars.

Der "Trace Gas Orbiter" trennt sich von "Schiaparelli". Während das kleine Gerät auf dem Mars landet, wird der Orbiter um den Planeten kreisen. Foto: Esa/D. Ducros/dpa

Knapp zwölf Stunden mussten die Beteiligten an der Esa-Mission „ExoMars“ nach dem Start warten, bis sie die gute Nachricht bekamen und sich endlich gebührend freuen konnten: Nicht nur war der Start der russischen Proton-Trägerrakete am Vormittag gut gegangen, auch die verschiedenen Phasen des Flugs waren gut verlaufen und endlich – um 22:29 Uhr und damit fast auf die Minute genau zwölf Stunden nach dem Raketenstart – erreichte auch das erste Signal des Satelliten eine Esa-Bodenstation.

Im Satellitenkontrollzentrum der Esa in Darmstadt brach Jubel aus. "Ich bin sehr froh, dass wir das Signal haben. Esa und Roskosmos sind auf dem Weg zum Mars", freut sich Esa-Chef Jan Wörner.

Doch die Arbeit der Beteiligten fängt nun erst an. Mit dem ersten Signal übernimmt das Esa-Team im europäischen Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt die Kontrolle über die Mission. Im ersten Schritt mussten die Triebwerke eingeschaltet und die Solarpaneele ausgefahren werden, um den Satelliten mit Energie zu versorgen. Außerdem wurde geprüft, ob alle Systeme den Start gut überstanden haben – schließlich haben sie noch eine weite Reise vor sich.

Sieben Monate dauert es jetzt, bis der „Trace Gas Orbiter“ (TGO) und sein kleiner Begleiter, der Lander „Schiaparelli“, den Mars erreichen. Am 19. Oktober soll „Schiaparelli“ auf dem roten Planeten landen. In erster Linie dreht es sich bei dem Lander nicht um wissenschaftliche Ziele – er hat zwar einige wissenschaftliche Instrumente dabei, doch im Vordergrund steht etwas anderes: „Wissenschaft ist das zweite Ziel. Die erste Zielsetzung ist, auf dem Mars zu landen“, erklärt Esa-Mitarbeiter Rolf de Groot.

Die Erkenntnisse aus der 2016er „ExoMars“-Mission sollen in den Rover einfließen, der 2018 zum Mars starten soll. Der soll nicht nur auf dem Mars landen, sondern sich auch auf der Planetenoberfläche bewegen und bis zu zwei Meter in die Tiefe bohren. In dieser Tiefe, in die bisher noch kein Rover vorgedrungen ist, soll der Rover nach Spuren von Leben auf dem Mars suchen. „Wenn es Leben auf dem Mars gab, gibt es die Möglichkeit, dass es unter der Oberfläche Schutz gesucht hat, als die Lebensbedingungen schlechter wurden“, erklärt der ExoMars-Projektwissenschaftler der Esa, Jorge Vago.

Um den zukünftigen Rover bei der Kommunikation mit der Erde zu unterstützen, will man den Satelliten TGO nutzen, der bereits jetzt auf dem Weg zum Mars ist. „Die Nasa-Orbiter werden langsam alt“, erzählt Rolf de Groot. „Also bringen wir unseren eigenen Orbiter hoch, um sicherzustellen, dass wir kommunizieren können“, so de Groot weiter. Derzeit umkreisen neben dem Esa-Orbiter „MarsExpress“ noch mehrere Nasa-Orbiter und ein indischer Satellit den roten Planeten. Inwieweit sie 2018 noch nutzbar sind, ist derzeit nicht abzuschätzen. Doch TGO, der nach dem Absetzen von „Schiaparelli“ am 19. Oktober den roten Planeten umkreisen und dabei nach Spuren von Methan in der Mars-Atmosphäre suchen soll, dürfte 2018 noch aktiv sein und kann dem neuen Rover als Relaisstation für die Kommunikation mit der Erde dienen.

Bis der geplante Mars-Rover der Esa erste wissenschaftliche Daten zur Erde schickt, dauert es noch einige Jahre. Doch wer weiß, was er finden wird in zwei Metern Tiefe. Jorge Vago freut sich schon jetzt über die künftige Mission: „Es wird das erste Mal überhaupt sein, dass wir die dritte Dimension des Mars – die Tiefe – untersuchen.“ Denn bisher hat kein Rover tiefer als ein paar Zentimeter in die Marsoberfläche gebohrt.

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