Lade Inhalte...

ExoMars Europa startet zum Mars

Wenn um 10:31 Uhr eine Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur startet, ist es der Start der neuen Esa-Mission "ExoMars". Sie soll nicht nur nach Leben auf dem Mars suchen, sondern auch erstmals einen europäischen Roboter auf dem roten Planeten landen lassen.

Steht und wartet auf den Start: Die Proton-Rakete, die die Esa-Raumsonde ins All bringen wird. Foto: REUTERS

Europa ist auf dem Weg zurück zum Mars. Am Montagmorgen um 10:31 Uhr soll eine Proton-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur starten und die Esa-Mission "ExoMars" ins All schießen. Viele Stunden später - um 21:13 Uhr - trennt sich das Raumfahrzeug von der Rakete, um 22:28 Uhr erwarten die Experten im Darmstädter Satellitenkontrollzentrum ESOC den Empfang des ersten Signals des Satelliten. Das Signal wird von der Bodenstation in Kenia empfangen und ins Kontrollzentrum nach Darmstadt weitergeleitet.

Sobald Kontakt mit dem Raumfahrzeug hergestellt ist, übernimmt das Team im Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt die Kontrolle. Für den Satelliten mit dem Namen "Trace Gas Orbiter" (TGO) und das Landegerät "Schiaparelli" ist der Start nur der Beginn einer mehrmonatigen Reise: Erst im Oktober erreicht das Raumfahrzeug den Mars. Am 16. Oktober wird "Schiaparelli" sich von dem Satelliten abtrennen und den Abstieg zum Mars beginnen. Drei Tage dauert dieser Teil der Mission; am 19. Oktober tritt "Schiaparelli" in die Mars-Atmosphäre ein und beginnt mit der Landesequenz, die den Lander in knapp unter sechs Minuten heil auf die Mars-Oberfläche bringen soll.

Dort angekommen, soll das Landegerät nicht mehr viel tun. In erster Linie ging es darum, eine Landetechnik für den zweiten Teil der "ExoMars"-Mission im Jahr 2018 zu erproben. "Schiaparelli" bringt eine kleine Wetterstation mit, die einige Tage auf der Mars-Oberfläche aktiv sein soll. Sie soll neben den Wetterbedingungen an der Landestelle erstmals auch die elektrischen Bedingungen der Mars-Atmosphäre messen. Bereits in der Landephase sammelt "Schiaparelli" Daten für wissenschaftliche Experimente auf der Erde. Eine Kamera soll während des Landeprozesses Fotos machen, die den Prozess dokumentieren und bei der Identifikation des Landeorts helfen sollen.

Der Fokus der Mission liegt auf dem "Trace Gas Orbiter", dem Satelliten, der den Mars umkreisen wird. Er soll die Mars-Atmosphäre auf Methan untersuchen - weil biologische Prozesse auf der Erde eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Methan spielen. Methan hat eine relativ kurze Lebensdauer - etwa 400 Jahre - daher könnte der Nachweis von Methan in der Mars-Atmosphäre auf biologische Prozesse auf dem Planeten hindeuten.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen