Lade Inhalte...

ExoMars Esa bereitet Landung auf dem Mars vor

Mit "Schiaparelli" soll erstmals eine europäische Sonde auf dem Mars landen. Das Landegerät ist ein Testlauf für den Rover "ExoMars", der 2020 zum Mars starten soll.

Der "Trace Gas Orbiter" trennt sich von "Schiaparelli". Während das kleine Gerät auf dem Mars landet, wird der Orbiter um den Planeten kreisen. Foto: Esa/D. Ducros/dpa

Sieben lange Monate mussten die Wissenschaftler der Europäischen Raumfahrtorganisation Esa warten, nun ist es fast soweit: Die Raumsonde "Trace Gas Orbiter" (TGO), die Mitte März mit einer russischen Proton-Trägerrakete gestartet ist, soll in den nächsten Tagen den Mars erreichen. Am 16. Oktober soll sich die Landeeinheit "Schiaparelli" vom Orbiter TGO lösen und in die Marsatmosphäre eindringen. Drei Tage später, am 19. Oktober um 16.48 Uhr deutscher Zeit, ist die Landung von "Schiaparelli" geplant.

Es wäre das erste Mal, dass eine europäische Sonde auf dem Mars landet und erst das achte Mal, dass es überhaupt gelingt, ein funktionierendes Gerät auf dem Nachbarplaneten der Erde zu platzieren. Die Geschichte der Mars-Erkundung ist eine Geschichte, die geprägt ist vom Scheitern. Deshalb wollen die europäische Raumfahrtorganisation Esa und ihr russisches Pendant Roskosmos, die für die Doppel-Mission kooperieren, auf Nummer sicher gehen: Die Landung von "Schiaparelli" soll in erster Linie eine Generalprobe für den zweiten Teil der "ExoMars"-Mission sein, der 2020 starten wird.

Die wichtigste Aufgabe für "Schiaparelli" ist es, heil anzukommen. "Wissenschaft ist das zweite Ziel. Die erste Zielsetzung ist, auf dem Mars zu landen", erklärte Esa-Mitarbeiter Rolf de Groot nach dem Start der Mission im März. Nach der Landung ist "Schiaparelli" nur einige Tage in der Lage, wissenschaftliche Aufgaben zu übernehmen, dann versagen die Batterien. Das Gerät "DREAMS" (Dust Characterisation, Risk Assessment, and Environment Analyser on the Martian Surface) soll die Landestelle erkunden: unter anderem sollen Windgeschwindigkeit und -richtung, Feuchtigkeit, Druck und die Temperatur in der Nähe der Oberfläche gemessen werden. Andere Sensoren sollen Daten rund um die Landung sammeln und beispielsweise die Hitzeentwicklung beim Eintritt in die Mars-Atmosphäre überwachen.

Wenn die Mission von "Schiaparelli" nach nur einigen Tagen zu Ende ist, hat die des Orbiters TGO noch gar nicht richtig begonnen. Ein Jahr lang wird TGO komplexe Bremsmanöver durchführen, bis er eine kreisförmige Umlaufbahn um den Mars erreicht hat. Ende 2017 soll dann die Wissenschaftsmission starten. Der Orbiter soll die Gase in der Marsatmosphäre messen und dabei besonders nach Spurengasen wie Methan suchen.

TGO soll beobachten, wie sich das Methan in der Atmosphäre in Abhängigkeit zur Lage und den Jahreszeiten verändert - und so feststellen, ob das Spurengas durch geologische Prozesse entsteht oder auf eine biologische Quelle zurückgeht. Wie bei jeder Mars-Mission geht es auch bei "ExoMars" um zweierlei: den Nachbarplaneten der Erde besser kennenlernen und mögliche Spuren von Leben finden. Der "ExoMars"-Rover, der 2020 auf dem Mars landen soll, soll dazu bis zu zwei Meter tief bohren - und der erste Rover werden, der mehr als einige Zentimeter in die Oberfläche des Mars eindringt.

Wenn "ExoMars" 2020 den Mars erreicht, soll TGO als Relais für die Kommunikation mit der Erde dienen. "Die Nasa-Orbiter werden langsam alt", erklärte Esa-Mitarbeiter de Groot im März. "Also bringen wir unsere eigenen Orbiter hoch, um sicherzustellen, dass wir kommunizieren können", so de Groot weiter. Doch erst einmal sind auch für den "Trace Gas Orbiter" die nächsten Tage wichtig: Noch vor der Landung von "Schiaparelli" muss TGO am 17. Oktober ein Manöver durchführen, dass den Orbiter mehrere hundert Kilometer vom Mars entfernt. Andernfalls stürzt TGO am 19. Oktober auf den Mars - und das wäre nicht im Sinne der Forscher.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen