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ExoMars Auf dem Mars ist viel los

Die ersten Sonden in Richtung Mars starteten bereits 1960 - bevor Juri Gagarin als erster Mensch ins Weltall flog. Derzeit ist viel Betrieb rund um den Mars: Fünf Orbiter von drei Raumfahrtorganisationen kreisen um den roten Planeten, auf der Oberfläche forschen zwei Rover.

Handout NASA composite image shows a self-portrait of NASA's Mars Curiosity rover
Seit August 2012 ist der Rover "Curiosity" auf dem Mars - und schickt gelegentlich Selfies zur Erde. Foto: Nasa

Bereits lange bevor die erste von Menschen gemachte Raumsonde den Mars erreichte, wurde der rote Planet von der Erde aus erforscht. Der Nachbarplanet der Erde, der am Nachthimmel rötlich leuchtet, war zu faszinierend, um ihn nicht genauer zu beobachten. Und so berechneten die Astronomen Tycho Brahe und Johannes Kepler bereits im 17. Jahrhundert die Bahn des Planeten. Mitte des 17. Jahrhunderts beschrieb der Astronom Giovanni Domenico Cassini erstmals die weißen Polkappen des Mars, im 19. Jahrhundert entstanden die ersten detaillierten Karten der Mars-Oberfläche. Ebenfalls im 19. Jahrhundert wurden die beiden kleinen Monde entdeckt, die um den Mars kreisen: Phobos und Deimos.

Die Faszination für den Nachbarn der Erde ließ die Menschheit auch dann nicht los, als man begann, ins All vorzudringen. Noch bevor Juri Gagarin 1961 als erster Mensch ins Weltall flog, starteten 1960 die ersten beiden sowjetischen Raumsonden in Richtung Mars. „Marsnik 1“ und „Marsnik 2“ erreichten jedoch nicht einmal die Erdumlaufbahn. Auch weitere Versuche, den Mars zu erreichen, scheiterten.

Erst der US-Raumfahrtorganisation Nasa gelang es 1967, die Sonde „Mariner 4“ am Mars vorbeifliegen zu lassen. „Mariner 4“ schickte die ersten 21 Nahaufnahmen des roten Planeten zur Erde – sie waren schwarz-weiß und wurden gleich zwei Mal gesendet, um sicherzugehen, dass keine Daten verlorengingen. In den folgenden Jahren lieferten „Mariner 6“, „Mariner 7“ und „Mariner 9“ mehrere tausend Aufnahmen vom Mars, doch auf dem Planeten gelandet war bis Anfang der 1970er Jahre keine Raumsonde. Erst die sowjetische Sonde „Mars 3“ landete 1971 weich auf dem Mars – der Funkkontakt brach jedoch bereits nach zwanzig Sekunden ab. Die US-amerikanischen „Viking“-Sonden waren erfolgreicher: „Viking 1“ und „Viking 2“ landeten 1976 auf dem roten Planeten und schickten erstmals detaillierte Aufnahmen von der Oberfläche zur Erde.

Nach den Erfolgen der beiden „Viking“-Missionen blieb es lange Zeit ruhig um den Mars. In den 1980er Jahren startete die Sowjetunion die Sonden „Phobos 1“ und „Phobos 2“, die den gleichnamigen Mars-Mond untersuchen sollten. Doch keine erreichte ihr Ziel. Erst 1997 gelang es wieder einer Raumsonde, den Mars zu erreichen: Der Orbiter „Mars Global Surveyor“ der Nasa umkreiste knapp zehn Jahre lang den Planeten und schickte in dieser Zeit hunderttausende Bilder zur Erde. Auf den hochaufgelösten Aufnahmen des Orbiters konnte man unter anderem ehemalige Flussbetten erkennen – und fand erste deutliche Hinweise auf fließendes Wasser auf dem Mars.

1997 bekam „Mars Global Surveyor“ Unterstützung auf dem Boden: „Mars Pathfinder“ landete auf dem Planeten und ließ den kleinen Rover „Sojourner“ die Umgebung der Landestelle erkunden. 2003 startete die erste europäische Marsmission: Während das Landegerät „Beagle-2“ bei der Landung auf dem Planeten verlorenging, umkreist der Esa-Orbiter „Mars Express“ heute noch den Planeten. Auch der „Mars Reconnaissance Orbiter“ der Nasa ist noch aktiv in der Umlaufbahn. Er hat bisher mehr als drei Terabyte an Daten zur Erde geschickt.

Ebenfalls bis heute aktiv ist der Nasa-Rover „Opportunity“, der im Januar 2004 in einer Tiefebene auf dem Mars landete und dort Hinweise darauf fand, dass es auf dem Planeten einst Wasser gegeben haben muss. Der baugleiche Rover „Spirit“ ist dagegen seit März 2010 nicht mehr erreichbar – beide Rover sollten eigentlich nur jeweils 90 Tage lang auf dem Planeten forschen. Der nächste große Erfolg der Mars-Erforschung gelang mit dem Nasa-Rover „Curiosity“, der im August 2012 auf dem Mars landete. Anders als „Opportunity“ war der Rover von Anfang an darauf ausgelegt, weitere Strecken zurückzulegen und so eine größere Umgebung zu erforschen. Das tut „Curiosity“ bis heute – und wird dabei von insgesamt fünf Orbitern aus der Mars-Umlaufbahn beobachtet.

Neben der Esa-Raumsonde „Mars Express“ kreisen die aktiven Orbiter „Mars Odyssey“, „Mars Reconaissance Orbiter“, „MAVEN“ (alle Nasa) und „Mars Orbiter Mission“ (indische Raumfahrtorganisation ISRO, seit 2014) um den roten Planeten. Die Orbiter dienen der Kartographierung des Mars und der Erforschung seiner Atmosphäre. Außerdem werden sie von den Mars-Rovern als Relais-Stationen genutzt: „Curiosity“ und „Opportunity“ funken ihre Informationen nach oben zu den Orbitern, die die Daten zur Erde weiterleiten.

In den kommenden Jahren dürfte „Curiosity“ Gesellschaft auf dem Mars bekommen: Neben dem „ExoMars“-Rover der Esa könnte 2018 auch der Nasa-Rover „InSight“ den Mars erreichen. Nur zwei Jahre später soll bereits der nächste Nasa-Rover zum Mars starten: „Mars 2020“ soll auf dem Design von „Curiosity“ basieren, aber eine andere wissenschaftliche Ausrüstung mit auf den weiten Weg nehmen. Mehrere Monate dauert es, bis eine Raumsonde nach dem Start auf der Erde den Mars erreicht hat – doch in Zukunft werden wohl auch Menschen den weiten Weg zurücklegen. Die Nasa will in den 2030er Jahren Menschen auf den Mars schicken und auch Esa-Generaldirektor Jan Wörner zweifelt nicht daran, dass eines Tages Menschen den Mars betreten werden: „Der Mensch wird zum Mars fliegen – das ist gar keine Frage.“

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