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"Blue Origin" Jeff Bezos gelingt Raketenstart

Das Raumfahrtunternehmen "Blue Origin" von Multimilliardär und Amazon-Gründer Jeff Bezos verblüfft mit einem unangekündigten Raketenstart. Dabei schafft es die Rakete bis in eine Höhe von knapp 94 Kilometern, das Crewmodul landet wieder sicher auf der Erde.

"New Shepard" hebt zum ersten Testflug ab. Foto: Blue Origin

Amazon-Gründer Jeff Bezos ist nicht nur Multimilliardär und seit einiger Zeit Besitzer der Zeitung "Washington Post", von vielen unbeachtet engagiert er sich seit 2000 auch in der Raumfahrt. Sein Unternehmen "Blue Origin" mit Sitz südlich von Seattle an der US-Westküste will künftig Touristen ins All schicken - und vielleicht irgendwann zur ISS fliegen.

Zu diesen Zwecken entwickelt das Unternehmen das System "New Shepard", eine Raumkapsel mit großen Fenstern, in der bis zu sechs Personen Platz haben sollen. Transportiert wird "New Shepard" - der Name erinnert an den ersten US-Astronauten Alan Shepard - von einer Rakete, die nicht nur senkrecht startet, sondern auch senkrecht landen soll.

Bisher verlief die Entwicklung weitestgehend im Verborgenen, nur einige Kurzstreckentests gab es und einen fehlgeschlagenen Versuch im September 2011. Nun absolvierte das Raumfahrzeug "New Shepard" einen ersten Testflug - und der gelang. In eine Höhe von knapp 94 Kilometer - knapp unter die Grenze zum Weltall - stieg "New Shepard", bevor sich die Kapsel von der Rakete trennte und sanft an drei Fallschirmen zur Erde sank. Der Testflug war unbemannt, doch "jeder Astronaut an Bord hätte eine sehr schöne Reise ins All und eine sanfte Rückkehr gehabt", teilt Bezos auf der Website seines Unternehmens mit.

Nicht ganz so glücklich verlief dagegen die Landung der Rakete. "Wäre das ein traditionelles Gerät, wäre es ein fehlerloser erster Testflug", sagt Bezos. "Aber eins unserer Ziele ist die Wiederverwertbarkeit, und leider konnten wir die Antriebseinheit nicht retten", erklärt der Multimilliardär, dessen Vermögen von Forbes auf 34,8 Milliarden Dollar geschätzt wird. Eigentlich sollte das Antriebsmodul senkrecht landen, doch ein Druckabfall im Hydraulik-System verhinderte das. "Wir arbeiten gerade an den Antriebseinheiten Nummer 2 und 3", so Bezos. "Wir werden bald wieder bereit sein, zu fliegen."

"Blue Origin" mit Jeff Bezos an der Spitze liefert sich mit anderen Milliardären wie Richard Branson (Virgin Galactic) und Elon Musk (SpaceX) einen Wettlauf in der privaten Raumfahrt. Bezos' Firma nimmt am "Commercial Crew Development"-Programm der US-Raumfahrtorganisation Nasa teil, das die Entwicklung privater Raumsonden vorantreibt. Auch SpaceX wird von der Nasa gefördert und beliefert bereits mit den unbemannten "Dragon"-Kapseln die Internationale Raumstation ISS.

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