Lade Inhalte...

ATV-3 "Edoardo Amaldi" Europäischer Raumfrachter auf dem Weg zur ISS

Ein unbemannter Raumfrachter der ESA bringt Ausrüstung, Lebensmittel und Treibstoff zur ISS und soll dort für einige Monate als "Motor" der Raumstation fungieren. Auf dem Rückweg wird der Frachter in der Erdatmosphäre verglühen.

Um 5:34 Uhr hebt die Ariane-5-Rakete mit ATV-3 an Bord vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou ab. Foto: dpa

Nach dem Ende der amerikanischen Space-Shuttles im Jahr 2011 versorgen Russen, Europäer und Japaner die ISS mit Gütern. Der dritte europäische Raumtransporter, der Kurs auf die ISS nimmt, ist nach dem italienischen Physiker Edoardo Amaldi benannt. An Bord einer Ariane-5-Rakete wurde das unbemannte ATV-3 (Automated Transfer Vehicle) um 5:34 Uhr europäischer Zeit vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guayana) in die Umlaufbahn der Erde geschickt.

Dort navigiert das Raumfahrzeug selbstständig zur ISS und dockt automatisch am russischen Teil an, überwacht von den beiden Astronauten André Kuipers Oleg Kononenko, die sich an Bord der ISS befinden. Nach aktuellem Planungsstand soll der ATV-3 bis Anfang September angedockt bleiben.

Start wurde um zwei Wochen verschoben

Ursprünglich sollte die Mission schon am 9. März starten, doch eine Kontrolle im Frachtraum hatte ergeben, dass zwei Sicherungsgurte nicht richtig befestigt seien, erklärt Thomas Reiter, Direktor für bemannte Raumfahrt der Europäischen Weltraumbehörde Esa. „Um das Risiko auszuschließen, dass sich die Gurte beim Start lösen und lose Container zu Beschädigungen im Inneren des ATV führen könnten, haben wir uns entschlossen, eine weitere Inspektion des Nutzlastmoduls durchzuführen.“ So verschob sich der Start um zwei Wochen.

Der Raumtransporter bringt knapp 6,6 Tonnen Ladung zur ISS – darunter sind unter anderem 810 Kilogramm Lebensmittel, sowie Treibstoff, Wasser, Kleidung, Post und Mitbringsel für die Astronauten sowie Ersatzteile und Material für Experimente. Doch der Transport ist nicht die einzige Aufgabe des Frachters: Angedockt an der russischen Seite der Internationalen Raumstation dient der ATV-3 als Schlafplatz für die Astronauten – weil es dort leiser und dunkler ist als in den anderen Modulen. Außerdem ist er Lager und Antriebsmodul der ISS. „Edoardo Amaldi“ kann die ISS in eine höhere Umlaufbahn bringen und Ausweichmanöver der Raumstation steuern.

ATV-3 verglüht in der Erdamtosphäre

Hat der ATV-3 seinen Dienst getan, wird er mit bis zu sechs Tonnen Abfall von der ISS beladen und Richtung Erde zurückgeschickt. Dort wird er allerdings nicht landen, sondern bei einem kontrollierten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre über einem menschenleeren Teil des Südpazifiks verglühen.

Künftig sollen die unbemannten europäischen Raumfahrzeuge die ISS jährlich beliefern. Seit dem Ende des amerikanischen Space-Shuttle-Programms im Jahr 2011 beliefern die Russen („Progress“) die Japaner („HTV“) und eben die Europäer (ATV) die ISS mit Gütern, Astronauten werden momentan nur noch mit der russischen Sojus-Kapsel transportiert. (mit dpa/dapd)

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum