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Asteroid Warnsystem für Gefahren aus dem All

Um Asteroiden künftig so früh wie möglich erkennen zu können, baut die Weltraumorganisation ESA ihre Warnsysteme aus. In Frascati laufen künftig alle Informationen zusammen.

23.05.2013 20:28
Die Weltraumorganisation ESA baut ihre Warnsysteme aus, um potentiell gefährliche Asteroiden möglichst früh erkennen zu können. Foto: dpa/NASA

Um Asteroiden künftig so früh wie möglich erkennen zu können, baut die Weltraumorganisation ESA ihre Warnsysteme aus. In Frascati laufen künftig alle Informationen zusammen.

Die Zeit ist der alles entscheidende Faktor. Ist ein gefährlicher Asteroid auf Kollisionskurs mit der Erde, dann gilt es ihn ganz rasch zu berechnen und zu handeln. Europas Weltraumorganisation ESA baut deshalb jetzt ihre Warnsysteme aus, um in Quasi-Echtzeit wichtige Daten über die Bewegungen in unserem Sonnensystem liefern zu können. Am ESA-Standort in Frascati südlich von Rom laufen in den Bergen künftig alle Informationen zusammen, aus denen die Experten auf mögliche Gefahren aus dem Weltall schließen können.

„Es ist das Allerwichtigste überhaupt, die Asteroiden so früh wie möglich zu erkennen, um ihre Bahn bestimmen zu können“, sagt Detlef Koschny, Projektleiter des Koordinationszentrums für erdnahe Objekte (NEOCC). Er verweist darauf, dass vor allem wichtige astronomische Auswertungen der Universität Pisa so wie auch die Daten anderer Systeme und Sensoren dort zusammengefasst werden.

Asteroiden können gewaltigen Schaden anrichten

Neun von zehn der wirklich großen und damit eventuell gefährlichen Himmelskörper in einer Bahn nahe der Erde sind den Astronomen schon bekannt. Bei einem Durchmesser von mehr als einem Kilometer könnten sie nach ihrem Aufschlag gewaltigen Schaden auf der Erde anrichten. „Das ist unser Stand bei jenen Objekten, die groß genug sind“, sagt Koschny. „Für kleinere Objekte von 100 bis 200 Metern Durchmesser stehen wir leider noch nicht so gut da.“ Nur wenige Prozent seien bekannt, so dass man ihre Bahn berechnen kann. Aber schon der Einschlag eines „kleinen“ Meteoriten im Meer kann beispielsweise einen verheerenden Tsunami auslösen.

Die „Registrierung“ der herumschwirrenden Himmelsbrocken soll nun voranschreiten. Was aber tun, wenn – rechtzeitiger erkannt – Gefahr aus dem Weltall droht? „Wenn der Asteroid kleiner als 100 Meter ist, dann ist eine Evakuierung angebracht“, erläutert Koschny. Bei den größeren Brocken sei es wichtig, sie ein paar Jahre eher geortet zu haben, um dann das geeignete Abwehrmodell auszuwählen.

Um einen auf die Erde zusteuernden Asteroiden von seinem Kollisionskurs abzubringen, könnte man etwa mit einer Raumsonde eine Art „Auffahrunfall“ im Weltall verursachen. Möglich ist auch, das einzusetzen, was man den „Gravitationstraktor“ nennt: Die Sonde begleitet jahrelang einen Himmelskörper, wobei sie ihn nach und nach mit ihrer Anziehungskraft von seiner bedrohlichen Bahn abbringt.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir die großen Asteroiden Jahre vorher und damit rechtzeitig erkennen können“, sagt Koschny. Eine letzte – umstrittene– Möglichkeit bliebe immer noch, nämlich, den Himmelsbrocken mit einer nuklearen Explosion aus seiner Bahn zu werfen. (dpa)

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