22. Februar 201712°C Frankfurt a. M.
Lade Inhalte...

Asteroid Erde entgeht nur knapp einem Crash

In wenigen Tagen schrammt ein Asteroid mit gut 28.000 Kilometern pro Stunde haarscharf an der Erde vorbei. So nah ist ein so großer Brocken der Erde noch nie gekommen.

Forscher wollen eine 3D-Karte des Asteroiden 2012 DA14 erstellen, der an der Erde vorbei fliegt. Foto: Nasa

In wenigen Tagen schrammt ein Asteroid mit gut 28.000 Kilometern pro Stunde haarscharf an der Erde vorbei. So nah ist ein so großer Brocken der Erde noch nie gekommen.

Das wird eng: Am 15. Februar wird ein 45 Meter großer Asteroid knapp an der Erde vorbeirasen. Der Koloss mit dem Namen 2012 DA14 nähert sich unserem Planeten bis auf 27.700 Kilometer - und kreuzt damit sogar die Bahn einiger Beobachtungs- und Kommunikationssatelliten, wie die US-Raumfahrtsbehörde Nasaberichtet. Den bisherigen Berechnungen zufolge wird er der Erde um 20.24 Uhr mitteleuropäischer Zeit am nächsten kommen.

Die Erde werde der Asteroid jedoch definitiv nicht treffen, beruhigt der Direktor des Nasa-Beobachtungsprogramms für erdnahe Objekte, Don Yeomans. "Die Bahn des Asteroiden ist genau genug bekannt, um das auszuschließen." Der Koloss werde noch nicht einmal in die Erdatmosphäre eindringen. Auch eine Kollision mit einem Satelliten ist demnach höchst unwahrscheinlich, weil die Umlaufbahnen der meisten deutlich näher an der Erde sind.

Einschlag alle 1200 Jahre

Trotzdem ist die Rekordbegegnung von großem Interesse für die Forscher: Seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1990er Jahren ist kein Asteroid dieser Größe so nah an der Erde vorbeigekommen. Deshalb soll der Vorbeiflug von mehreren Observatorien aus genau beobachtet werden. Die Nasa will mit Hilfe von Radarmessungen eine 3D-Karte des Asteroiden anlegen, um weitere Rückschlüsse auf die Beschaffenheit ähnlicher Objekte treffen zu können.

Rund alle 40 Jahre kommt ein Asteroid der Größe von 2012 DA14 der Erde so nahe, schätzen die Nasa-Experten, alle 1200 Jahre schlägt er ein. Eine solche Kollision würde den Planeten zwar nicht aus seinen Fugen reißen, könnte aber durchaus ganze Regionen verwüsten. Forscher machen einen Asteroid-Einschlag für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich. Vor gut 100 Jahren soll die Explosion eines Asteroiden über der sibirischen Tundra tausende Quadratkilometer Wald zerstört haben.

Um eine solche Katastrophe zu verhindern, haben sich die Nasa-Forscher mit ihren Kollegen von der europäischen Raumfahrtagentur Esa zusammengetan. Sie wollen Verfahren entwickeln und testen, mit denen der Einschlag eines Himmelsobjektes verhindert werden kann. Möglich wäre beispielsweise, dem Asteroiden einen Satelliten entgegenzusenden und ihn durch den Zusammenstoß vom Kurs auf die Erde abzubringen.

Etwa 350 Asteroiden werden von den Experten als gefährlich eingeschätzt. Der nächste mögliche Einschlag ist für das Jahr 2048 berechnet. Allerdings haben die Forscher längst noch nicht alle Himmelsobjekte identifiziert. 500.000 erdnahe Brocken von der Größe von 2012 DA14 sind da draußen unterwegs, schätzt die Nasa. Und nur weniger als ein Prozent davon wurde bisher entdeckt.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Kontakt
  • Wir über uns
  • Impressum