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Asteroid 2016 NF23 Asteroid fliegt nah an Erde vorbei

Ende August kommt Asteroid 2016 NF23 der Erde ganz nah. Ein Grund zur Sorge ist das allerdings nicht - auch wenn in manchen Medien wieder einmal Panik geschürt wird.

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Künstlerische Darstellung: Der Asteroid 2016 NF23 nähert sich der Erde. (Symbolbild) Foto: imago

Ende August steht die Erde wieder einmal kurz vor der Vernichtung - zumindest, wenn es nach der Berichterstattung in einigen ausländischen Boulevardzeitungen geht. Da ist die Rede von einem Asteroiden, der „größer als die Pyramide von Gizeh“ ist oder „die doppelte Größe einer Boeing 747“ hat. Dieser bedrohliche Asteroid rast mit einer Geschwindigkeit, die „schneller als die der Concorde“ ist, durchs Weltall.

Tatsächlich bewegt sich am 29. August ein Asteroid mit einer Geschwindigkeit von 32.400 Kilometern pro Stunde nah an der Erde vorbei. Nah, das bedeutet in diesem Fall, dass immerhin noch etwas mehr als fünf Millionen Kilometer Abstand zwischen der Erde und Asteroid 2016 NF23 liegen. Das ist in kosmischen Dimensionen zwar ein Streifschuss, tatsächlich aber doch genug Abstand, um für die Erde nicht gefährlich zu sein. Zum Vergleich: Der Abstand zwischen Erde und Mond beträgt im Schnitt etwa 384.000 Kilometer, der Abstand der Erde zur Sonne beträgt etwa 150 Millionen Kilometer. 2016 NF23 hat einen geschätzten Durchmesser von 70 bis 160 Meter.

Auch wenn die Hysterie bei Asteroid 2016 NF23 übertrieben ist, ist doch Vorsicht beim Thema Asteroiden angebracht. Jeden Tag fallen etwa hundert Tonnen interplanetarisches Material auf die Erde - vieles davon in Form kleiner Staubpartikel, die in der Erdatmosphäre verglühen und als Sternschnuppen sichtbar sind. Alleine in den Jahren 1993 bis 2013 zählte die US-Raumfahrtorganisation Nasa 556 Einschläge von Asteroiden. Der letzte größere Vorfall war der Meteor von Tscheljabinsk, der im Februar 2013 in der russischen Ural-Region niederging, dort etwa 1500 Menschen verletzte und für viele Schäden sorgte. Weil der Himmelskörper aus Richtung der Sonne kam, wurde er von keinem Programm zur Himmelsüberwachung entdeckt.

Denn solche Programme gibt es. Wissenschaftler halten regelmäßig Ausschau nach Himmelskörpern, deren Umlaufbahn sie in die Nähe der Erde bringt. Diese „NEOs“ („near earth objects“) werden in Datenbanken aufgelistet und weiter beobachtet - so dass man es rechtzeitig mitbekommt, sollte ein NEO auf Kollisionskurs zur Erde gehen.

Die Gefahr aus dem All ist nämlich durchaus real, zahlreiche Einschlagkrater auf der Erde beweisen das. Experten erwarten, dass im Schnitt alle 10.000 Jahre ein Asteroid mit einer Größe von mehr als 100 Metern die Erde trifft und eine lokal begrenzte Katastrophe auslöst. Zwischen zwei Einschlägen von Asteroiden, die größer als einen Kilometer sind, können mehrere hunderttausend Jahre liegen. Ein solcher Asteroid könnte eine Katastrophe von globaler Dimension auslösen.

Für eine einzelne Person gibt es jedoch viele Gefahren, die deutlich größer sind als der Einschlag eines Himmelskörpers: ein Autounfall zählt beispielsweise dazu oder Krankheiten und sogar Naturkatastrophen sind wahrscheinlicher, betont man beim Center for Near Earth Object Studies der Nasa.

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