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10 Jahre auf dem Mars "Opportunity" forscht immer noch

Eigentlich sollte die Mission des Mars-Rovers "Opportunity" nur 90 Tage dauern. Doch daraus wurde nichts. Seit zehn Jahren ist "Opportunity" auf dem roten Planeten aktiv und sendet Daten und Bilder zur Erde. Pünktlich zum zehnten Jahrestag seiner Landung gibt es neue Hinweise auf Wasser auf dem Mars.

"Opportunity" auf dem Mars (künstlerische Darstellung). Foto: NASA/JPL/Cornell University

Ein heller Stein auf dem Mars, fotografiert vom Nasa-Rover „Opportunity“, zieht derzeit die Aufmerksamkeit auf sich. Die Aufnahme ist erst einmal nichts Besonderes, denn der Rover hat in seinen zehn Jahren auf dem Mars bisher rund 187.000 Bilder zur Erde geschickt. Was aufmerksame Beobachter jedoch stört: Auf einer 13 Tage älteren Aufnahme der Stelle war der Stein noch nicht zu sehen, er ist wie aus dem Nichts aufgetaucht.

Doch die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat eine plausible Erklärung für den Gesteinsbrocken, dem die Wissenschaftler den Namen „Pinnacle Island“ gegeben haben: „Opportunity“ habe sich in den Tagen zwischen den beiden Aufnahmen bewegt und dabei den Stein wohl mit einem Rad an seine jetzige Position gestoßen. Dabei sei er möglicherweise auch umgedreht worden, vermuten die Wissenschaftler und packen die günstige Gelegenheit beim Schopf: der Rover solle die Chance nutzen und die Unterseite des Mars-Steins untersuchen, teilt die Nasa mit.

Es ist eine von vielen Aufgaben des Rovers, die man bei der Planung der Mission wohl nicht für möglich gehalten hat: Der „Mars Exploration Rover B“, wie „Opportunity“ ursprünglich hieß, sollte eigentlich nur 90 Tage lang den Mars erforschen.

Landung am 25. Januar 2004

Am 25. Januar 2004 brandete großer Jubel auf im Nasa-Kontrollzentrum: drei Wochen nach der baugleichen Schwestersonde „Spirit“ war auch „Opportunity“ erfolgreich auf dem Mars gelandet. Die beiden Rover sollten Gebiete auf dem Mars geologisch erkunden, in denen früher möglicherweise Wasser vorhanden war. Schon in den ersten drei Monaten auf dem Mars erfüllte „Opportunity“ das Ziel der Mission und sendete Beweise zur Erde, dass es auf dem Mars einst Wasser gegeben haben muss.

Doch damit war die Mission noch lange nicht zu Ende. Beide Rover blieben weiter in Diensten der Nasa, die Missionen wurden regelmäßig verlängert. Seit März 2010 ist „Spirit“ zwar nicht mehr erreichbar und die Mission offiziell beendet, doch „Opportunity“ forscht immer weiter. Knapp 39 Kilometer hat der Rover seit seiner Landung auf dem roten Planeten zurückgelegt, ursprünglich hatte man mit etwa 600 Metern gerechnet.

"Opportunity" findet Beweis für Wasser

Pünktlich zum 10. Jahrestag seiner Landung auf dem Mars veröffentlicht die Nasa nun eine neue Erfolgsmeldung, die kurzzeitig auch den neuesten Mars-Rover, die im August 2012 gelandete Sonde „Curiosity“ aus dem Rampenlicht verdrängen dürfte: Im „Endeavour“-Krater, an dessen Rand sich „Opportunity“ derzeit befindet, hat es einst Wasser gegeben.

Die Analyse der Daten, die der Mars-Rover zur Erde geschickt hat, haben Wissenschaftler rund um den Planeten-Forscher Raymond Arvidson im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht: Schon vor der Entstehung des Kraters vor rund 3,7 Milliarden Jahren sei über die untersuchten Steine Wasser geflossen, schreiben die Wissenschaftler. Nach der Entstehung des Kraters war das Wasser nach Angaben der Forscher nur leicht säurehaltig und damit günstig für mikrobielles Leben. „Die Ergebnisse zeigen, dass der Mars bewohnbar war, aber das heißt nicht, dass der Mars auch bewohnt war“, schreibt Nasa-Manager John Grotzinger in dem Fachartikel.

Die Mission geht weiter

Angesichts dieser neuen Entdeckung ist es nicht verwunderlich, dass „Opportunity“ auch nach dem zehnten Jahrestag seiner Landung den Mars weiter erforschen soll. „Jeder weitere Tag ist ein Geschenk“, heißt es bei der Nasa. Und wer weiß schon, was Wissenschaftler in den Daten finden werden, die „Opportunity“ zur Erde schickt, nachdem er den mysteriösen Stein „Pinnacle Island“ untersucht hat.

Und schon im September 2014 wird "Opportunity" neue Gesellschaft bekommen: Der Mars-Orbiter "MAVEN" (Nasa) und eine Sonde der indischen Raumfahrtbehörde ISRO sollen den roten Planeten in diesem Monat erreichen.

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