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50 Jahre Enterprise Inspiration dank Star Trek

Weltweit ließen sich Wissenschaftler von Star Trek inspirieren. Heute feiert die Kultserie, die in Deutschland unter dem Titel „Raumschiff Enterprise“ zu sehen war, ihren 50. Geburtstag.

Star Trek III Auf der Suche nach Mr Spock USA 1984 Spocks Vater Savik bittet Kirk darum die Lei
Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock (USA 1984) Spocks Vater Savik bittet Kirk darum, die Leiche seines Sohnes auf dem Heimatplaneten Vulkan zur Ruhe zu betten. Savik glaubt, daß Spocks Geist auf mysteriöse Weise überlebt hat, doch bevor die Crew der Enterprise das herausfinden kann, muß sie sich mit dem machtgierigen Klingonen-Kommandanten Kruge auseinandersetzen. Foto: Szene mit der Enterprise . N , 07KPASATSTA UnitedArchives14965 Star Trek III on the Search after Mr SPOCK USA 1984 Father Savik Invites Kirk it the Corpse its Son on the homeworld Volcano to Stillness to Beds Savik believe that Spirit on Mysteriöse Wise survived has but before the Crew the Enterprise the out can must Them to with the power-hungry Klingons Commander Kruge deal Photo Scene with the Enterprise n UnitedArchives14965 Foto: imago stock&people (imago stock&people)

Der wohl prominenteste Fan unter den Wissenschaftlern ist selbst Teil der Geschichte: Wir schreiben das Jahr 2369, als Stephen Hawking mit Albert Einstein, Sir Isaac Newton und Android Data auf dem Holodeck des Raumschiffs Enterprise Poker spielt.

Der berühmte Physiker ist bis heute die einzige Figur in der Geschichte von Star Trek, die sich selbst spielte – auf eigenen Wunsch, denn Stephen Hawking ist ein großer Fan der Science-Fiction-Saga. Auch im realen Leben beschäftigt sich der Forscher viel mit dem Weltraum, und so erscheint es nur logisch, dass er während des Drehs 1993 gesagt haben soll: „Ich arbeite daran“, als ihm in den Kulissen der Warp-Antrieb gezeigt wurde.

Stephen Hawking befindet sich mit seiner Leidenschaft in großer Gesellschaft: Weltweit haben sich seit der Erstausstrahlung der Auftaktfolge „The Man Trap“ viele Wissenschaftler von Star Trek inspirieren lassen, ihren Beruf zu ergreifen und später vielleicht sogar dann Techniken zu erforschen oder zu erfinden, die im Universum der Zukunft eine Rolle spielen. Und tatsächlich ist einiges, was bei Captain Kirk und Mister Spock noch spacig wirkte, heute bereits Realität.

Das Mobiltelefon, gegen das sich der auf der Enterprise gängige Kommunikator mit Aufklappdeckel mittlerweile schon altmodisch ausnimmt, ist das bekannteste Beispiel; beim Pionier Motorola war ein Trekkie der Chefentwickler. Die Idee für das iPod soll bei „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ entstanden sein, konkret bei der Szene, als Data fingertippend auf dem Bildschirm Orchesterstücke abruft. Und auch die längst selbstverständlichen Supermarkttüren, die sich automatisch öffnen, haben Kinder schon vor mehr als 40 Jahren auf der Enterprise gesehen.

Die Reise in ferne Welten ermöglichen all diese Dings freilich nicht. Doch einige Forscher drehen auch am ganz großen Rad, um Wirklichkeit werden zu lassen, was bei Raumschiff Enterprise zu sehen war. So finden sich Trekkies im Kreis der Wissenschaftler, die mit Teilchenbeschleunigern am Cern den Aufbau der Materie erforschen (Fans wissen, dass der Warp-Antrieb seine Energie aus einer Materie-Antimaterie-Reaktion gewinnt).

Naturgemäß ist die Dichte an Star-Trek-Fans vor allem bei den Weltraumorganisationen groß: Bei der europäischen Esa in Darmstadt gibt es einen eigenen Science-Fiction-Club, auch Esa-Generaldirektor Jan Wörner erweist sich mit der regelmäßigen Verwendung von Zitaten aus Raumschiff Enterprise als profunder Kenner der Materie.

Die amerikanischen Weltraumpionier der Nasa tauften 1977 den Prototyp für die Raumfähren des Space-Shuttle-Programms nicht zufällig „Enterprise“. Mae Jemison, die 1992 als erste Afroamerikanerin ins All flog, nannte die schwarze Kommunikationsoffizierin Uhura ihr Vorbild. Für Mark D. Rayman, den Chefingenieur der Nasa, ist das Mr. Scott, sein „Kollege“ auf der Enterprise.

Die schillerndste Figur bei der Nasa aber ist der Physiker Harold White, der seit einigen Jahren an der Realisierung des Warp-Antriebs nach dem Vorbild von Star Trek forscht und dafür als Grundlage ein der Enterprise nachempfundenes Konzept des mexikanischen Physikers Miguel Alcubierre nutzt. White behauptet: Warp ist möglich ...

Einer seiner Mitstreiter heißt Michio Kaku, Professor für Theoretische Physik an der City University in New York – der nicht nur einen Schutzschild à la Enterprise, sondern sogar Beamen für möglich hält und davon ausgeht, dass diese Technik der Menschheit bis zum Ende des Jahrhunderts zur Verfügung steht. Dabei haben sich die Macher von Star Trek diesen Klassiker einst nur ausgedacht, weil sie nach einer kostengünstigen Methode suchten, die Besatzung auf fremde Planeten zu bringen.

Und wie weit ist Stephen Hawking mit seiner Arbeit am Warp-Antrieb? Man weiß es nicht so genau. Aber erst jüngst überraschte er mit seinem Plan, winzige Nano-Raumschiffe mit 20 Prozent der Lichtgeschwindigkeit ins All zu schicken. Ziel: das nächstgelegene Sternensystem Alpha Centauri; erst einmal. Man muss es für den Anfang ja nicht gleich übertreiben.

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