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Zehn-Euro-Gedenkmünze Lukrative Silberlinge

Wenn am 11. November Zehn-Euro-Gedenkmünzen der Serie „175 Jahre Eisenbahn“ in den Verkauf gehen, dürfte der Andrang größer sein als sonst. Denn die Münzen sind begehrt wie nie. Grund ist der steigende Silberpreis. In jeder Münze stecken nämlich 16,55 Gramm reines Silber.

Zehn-Euro-Gedenkmünze zu 20 Jahren Deutsche Einheit. Foto: Molch-Entertainment

Fünf- bis sechsmal im Jahr gibt es einen gewaltigen Andrang vor allen Bundesbank-Filialen in Deutschland. Immer dann nämlich, wenn neue Zehn-Euro-Gedenkmünzen ausgegeben werden. Beim nächsten Mal, am 11. November, wenn die Serie „175 Jahre Eisenbahn“ in den Verkauf geht, dürfte der Andrang sogar noch etwas größer sein als sonst. Denn die Münzen sind begehrt wie nie: Nicht mehr nur leidenschaftliche Sammler interessieren sich für sie, sondern zunehmend auch ganz nüchterne Geldanleger.

Grund ist der steigende Silberpreis. In jeder Münze stecken nämlich 16,55 Gramm reines Silber. Damit ist allein das in den Münzen enthaltene Edelmetall zum derzeitigen Marktpreis rund 8,50 Euro wert. Steigt der Silberpreis so rasant weiter wie bisher, wird der Silberwert bald den Nennwert der Münzen übersteigen.

Die Chance auf einen schnellen Gewinn lockt also – zumal die Münzen nach einiger Zeit auch einen gewissen Sammlerwert bekommen können, der noch über ihrem reinen Silberwert liegt. Sollte der Silberpreis aber wieder deutlich fallen, ist das für die Besitzer der Münzen auch kein Problem: Sie können diese einfach ausgeben. Denn die Zehn-Euro-Münzen gelten als offizielles Zahlungsmittel.

Damit bieten die Münzen etwas, was es bei der Geldanlage normalerweise eigentlich nicht gibt: die Chance auf eine hohe Rendite ohne jedes Risiko. Dumm nur, dass dies mittlerweile auch dem Bund als Emittent der Münzen aufgefallen ist.

Denn zählt man zum Silberwert die Herstellungskosten hinzu, dürfte der Bund schon heute bei den Münzen insgesamt draufzahlen. Und solch schlechte Geschäfte zulasten des Steuerzahlers sind der Bevölkerung in Zeiten wie diesen kaum mehr vermittelbar.

Deshalb wurde nun die Notbremse gezogen: Ab kommenden Jahr wird der Silbergehalt der Münzen, die dann neu aufgelegt werden, deutlich vermindert – und zwar von 16,55 Gramm auf zehn Gramm. Dadurch reduziert sich der Silberwert der Münze – legt man den aktuellen Preis zugrunde – auf nur noch gut fünf Euro.

Die in diesem Jahr noch ausstehenden beiden Münzserien sind davon aber noch nicht betroffen: Sie werden wie die Vorgänger-Serien den alten Silbergehalt von 16,55 Gramm enthalten. Neben der bereits erwähnten Serie „175 Jahre Eisenbahn“, die vom 11. November an verkauft wird, ist das die Serie „Alpine Ski WM 2011“, deren Verkaufsstart für den 25. November terminiert ist.

Wenn es so weit ist, sollten Interessenten nicht zu lange zögern: Laut Bundesbank sind die Münzen erfahrungsgemäß nach wenigen Tagen vergriffen. Schließlich sollen sie ja etwas Besonderes sein, also ist die Stückzahl streng limitiert. Die Auflage einer Zehn-Euro-Serie liegt in der Regel zwischen 1,8 und 2,3 Millionen Stück. Damit der Vorrat wenigstens ein paar Tage lang reicht, hat die Berliner Verkaufsstelle der Bundesbank die Abgabe bereits auf 15 Stück pro Person begrenzt. „Manche Kunden stellen sich deshalb gleich drei oder viermal an“, berichtet eine Mitarbeiterin der Behörde. Dass die Kunden dabei jedes Mal von neuem etwa eine Stunde Schlange stehen müssen, nehmen sie offenbar gerne in Kauf.

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