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Yi-Ko-Filialen Burger King grillt seine Betriebsräte

Mit einem fadenscheinigen Argument zweifelt der Geschäftsführer von Burger-King-Filialen die Krankmeldung eines Angestellten an. Die Niederlage vor Gericht ist absehbar - trotzdem macht der Prozess in der Logik des Unternehmers wohl Sinn.

Logo der Schnellrestaurant-Kette "Burger King". Foto: Imago

Mit einem fadenscheinigen Argument zweifelt der Geschäftsführer von Burger-King-Filialen die Krankmeldung eines Angestellten an. Die Niederlage vor Gericht ist absehbar - trotzdem macht der Prozess in der Logik des Unternehmers wohl Sinn.

Geht ein Manager zum Arzt, bittet trotz Wohlbefindens um Krankschreibung, erhält sie und schickt daraufhin seinem Betriebsrat, der in der Vergangenheit denselben Arzt aufsuchte, eine Kündigung. Begründung: Der Betriebsrat habe sich nicht vorhandene Erkrankungen attestieren lassen und sei deshalb der Arbeit fern geblieben.

Hört sich an wie ein schlechter Witz, ist aber keiner. Der Vorgang spielte sich so in einem Dortmunder Burger-King-Restaurant ab und wird das dortige Arbeitsgericht wohl noch eine Weile beschäftigen. Eine gütliche Einigung zwischen der Yi-Ko Holding GmbH, die bundesweit 90 Burger-King-Restaurants mit 3000 Beschäftigten in Lizenz betreibt, und dem von Kündigung betroffenen Betriebsrat scheiterte am Freitag an der unnachgiebigen Haltung der Geschäftsführung. Das Verfahren wird Anfang September fortgesetzt.

14 außerordentliche Kündigungen

Es ist nicht der einzige Prozess, den Geschäftsführer Ergün Yildiz mit Hilfe des Hamburger Rechtsanwalts Helmut Naujoks gegen Arbeitnehmervertreter führt. Insgesamt 14 außerordentliche Kündigungen wurden gegen Betriebsräte der Yildiz-Filialen ausgesprochen. Mal sollen die Mitarbeiter Geld gestohlen haben, mal lautet der Vorwurf auf Bedrohung und Amtsmissbrauch.

„Die Geschichten sind abenteuerlich“, sagt Guido Zeitler von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG). So sei der Ausgang des Verfahrens um die vermeintlich erschlichene Krankschreibung absehbar, „Es geht der Gegenseite aber gar nicht darum, vor Gericht zu gewinnen. Es geht darum, die einzuschüchtern und zum Aufgeben zu bringen“, sagt Zeitler.

Die Belegschaft solle eingeschüchtert werden, um arbeitnehmerfeindliche tarifvertragswidrige Praktiken in den Burger-King-Restaurant der Holding durchsetzen zu können. Seit der Übernahme der Burger-Filialen durch Yi-Ko Anfang Mai sind mehrfach Mitspracherechte des Betriebsrates, Teile des Betriebsverfassungsgesetzes und des geltenden Tarifvertrags ignoriert worden. So sollen, berichten Belegschaftsmitglieder, offenbar die Mehrarbeitszuschläge in Höhe von 25 Prozent nicht mehr gezahlt werden. Eine Stellungnahme der Yi-Ko Holdig war am Freitag nicht zu erhalten.

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