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WWF-Siegel Greenpeace kritisiert WWF-Siegel

Deutschlands größter Lebensmittelhändler will seine Eigenmarken mit Hilfe des WWF nachhaltiger ausrichten. Greenpeace-Experte Jürgen Knirsch sind die Zielvorgaben zu unkonkret: „Da fehlt es an Transparenz und Ehrlichkeit.“

14.06.2012 13:21
Jutta Maier
Für Edeka soll der WWF in Sachen Fischfang zum "ökologischen Fitnesstrainer" werden. Foto: dpa

Die Umweltorganisation Greenpeace kritisiert die neue Nachhaltigkeitsoffensive von Edeka. „Die Zielvorgaben sind in vielen Fällen nicht genau, es bleibt zu vieles offen“, sagte Konsumexperte  Jürgen Knirsch der Frankfurter Rundschau. Deutschlands größter Lebensmittelhändler hatte Mitte der Woche angekündigt, in Zukunft mehr nachhaltige Produkte anzubieten.

Konkret geht es um die Edeka-Eigenmarken wie „Gut & Günstig“, die für 20 Prozent des gesamten Umsatzvolumens stehen. So will Edeka im Eigenmarken-Sortiment bis 2015 nur noch nachhaltig gefangenen Fisch anbieten, etwa mit dem blauen MSC-Siegel des Marine Stewardship Council. Die Fischverpackungen werden künftig zusätzlich auch den Panda-Logo der Naturschutzorganisation WWF tragen, mit dem Edeka die seit 2009 bestehende Kooperation in Sachen nachhaltige Fischerei nun zur Partnerschaft ausweitet.

Als  „ökologischer Fitnesstrainer“ soll der WWF den Vollsortimenter in Sachen Nachhaltigkeit auf Kurs bringen. So wird das nachhaltige Engagement auf weitere Themen und Sortimentsbereiche ausgedehnt: Holz und Papier, Palmöl, Soja, Klima und Süßwasser. Eigenmarken-Produkte aus Holz und Papier will Edeka bis 2015 komplett auf Alternativen wie FCS-Holzprodukte oder Recyclingpapier umstellen. Palmöl oder Anteile davon sollen bereits bis Ende 2013 nur noch aus zertifiziert nachhaltigen Quellen stammen.

Ohne Gentechnik, mit "Wasser-Fußabdruck"

Außerdem strebt Edeka an, für Eigenmarken-Produkte  nur noch Futtermittel ohne Gentechnik einzusetzen. Einen  Zeitpunkt als Zielvorgabe bleibt das Unternehmen allerdings schuldig.  Auch die Pläne, für einzelne Produkte die Treibhausemissionen zu erfassen sowie einen „Wasser-Fußabdruck“ zu ermitteln, um auf Basis dieser Daten Reduktionsziele zu vereinbaren, gehen über den Ankündigungsstatus nicht hinaus. 

Greenpeace-Experte Knirsch stört nicht nur das. So hätten sich Edeka und der WWF 2009 zu Beginn ihrer Kooperation zum Ziel gesetzt, den Eigenmarken-Fisch bereits bis zu diesem Jahr komplett auf nachhaltige Fischerei umzustellen. Da man bisher aber nur eine Quote von 87 Prozent erreicht habe, sei nun kurzerhand das Jahr 2015 als Planziel ausgegeben worden. „Da fehlt es an Transparenz und Ehrlichkeit“, moniert Knirsch.

Hinzu kommt, dass auch das MSC-Siegel, auf das Edeka setzt, nicht unumstritten ist. Biologen kritisierten jüngst, dass die Zertifizierung oft nicht streng genug sei und man sich nicht darauf verlassen könne, dass die Bestände nicht doch überfischt seien. Die Pläne der Lebensmittelkette, bei ihren Eigenmarken nur noch umweltfreundliche Holz- und Papierprodukte anzubieten, begrüßt Greenpeace-Experte Knirsch ausdrücklich, genauso wie die Ankündigung, künftig auf gentechnikfreies Soja-Futter zu setzen.

Skeptisch ist er in Bezug auf Zertifizierungen, die nachhaltigeres Palmöl ausweisen sollen. Die existierenden Label seien „zu schwammig“. So bleibe sowohl unklar, wie die Einhaltung der Standards vor Ort überprüft werde, als auch, mit welchen Sanktionen Produzenten rechnen müssten, die sich nicht an die Vereinbarungen halten.

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