27. Februar 20177°C Frankfurt a. M.
Lade Inhalte...

Wepod Fahrerlose Busse im Test

Auch im öffentlichen Nahverkehr könnten Fahrzeuge in Zukunft ohne Fahrer unterwegs sein. In Holland läuft ein Test mit Minibussen ohne Busfahrer auf öffentlichen Straßen.

Noch nicht alltagstauglich: Selbstfahrender Bus, gebaut vom französischen Robotic-Spezialisten Easy Mile. Foto: wepods.nl

Google und Apple sind dran, die Autokonzerne auch – selbstfahrende Autos sollen den Verkehr revolutionieren. Doch über kurz oder lang dürften auch Busse im öffentlichen Nahverkehr ohne Fahrer unterwegs sein – und sich ihre Routen sogar selbst zusammenstellen, entsprechend den Zu- und Aussteige-Wünschen der Fahrgäste, die per Handy-App gemeldet werden.

Wepod heißen die fahrerlosen Minibusse, die in der niederländischen Stadt Wageningen seit November in einer Testphase unterwegs sind. Es ist eine Premiere. Erstmals verkehren die Sechs-Sitzer nicht nur auf privatem Gelände, sondern im normalen öffentlichen Verkehr. „Autonombusse“ ohne Fahrer gab es in Europa bereits zuvor. Sie werden in Rotterdam und an einem der Londoner Flughäfen betrieben. Allerdings sind sie dort auf speziell für sie angelegten Spuren beziehungsweise in Fußgängerzonen unterwegs.

Die Wepod-Busse stammen vom französischen Fahrzeug-Hersteller und Robotic-Spezialisten Easy Mile. Sie wurden für das von der EU-Kommission finanzierte Projekt „City Mobil 2“ gebaut, in dem mehrere Entwicklergruppen die Möglichkeit autonomer Verkehrssysteme für Städte testen. Für die Navigation der Busse werden neben GPS auch Kameras, Radar- und Lasertechnologie genutzt, die Überwachung erfolgt aus einer Zentrale, in der alle Daten zusammenlaufen.

Die Mini-Busse sind in der Schweiz und in Finnland außerhalb des öffentlichen Verkehrsraums bereits getestet worden. Das Startup-Unternehmen Best Mile von der Technischen Hochschule Lausanne ließ im vergangenen Sommer sechs Fahrzeuge zwischen verschiedenen Stationen auf dem Campus fahren. Die von Best Mile entwickelte App, mit der die Busse angefordert werden können, bewährte sich.

Rund 7000 Passagiere wurden befördert, Unfälle gab es keine. Die Schweizer Post wird das neue System in der Stadt Sion ab diesem Frühjahr zwei Jahre lang als Ergänzung des bestehenden Netzes testen, wie Best Mile mitteilte. Bis auch normale Busse autonom fahren könnten, brauche es aber noch einige Entwicklungszeit, hieß es bei dem Startup. Längerfristiges Ziel der Post ist es, das Busnetz in dünner besiedelten Regionen mit den Selbstfahrbussen zu ergänzen.

Alltagstauglich ist offenbar aber auch das niederländische Projekt noch lange nicht. Bei Dunkelheit, schlechtem Wetter oder in der Rush Hour werden die Busse dort vorerst nicht verkehren, zudem ist ihre Geschwindigkeit auf Tempo 25 begrenzt.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Kontakt
  • Wir über uns
  • Impressum