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Wachstumsprognose Deutsche Wirtschaft wächst und wächst

Institute rechnen trotz der Handelskonflikte mit einem weiteren Aufschwung.

Die deutsche Wirtschaft trotzt weiter allen Widrigkeiten etwa durch die Handelskonflikte mit den USA oder den drohenden harten Brexit. Das Münchner Ifo-Institut setzte seine Wachstumsprognose für 2018 und 2019 sogar leicht auf jeweils 1,9 Prozent nach oben. Ifo-Konjunkturexperte Timo Wollmershäuser begründete dies mit dem überraschend kräftigem Aufschwung im ersten Halbjahr: „Wir haben es derzeit mit einer starken Konjunktur in Deutschland zu tun.“

Dies sieht auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) so, das mit einer nur geringfügig geringeren Steigerung des Bruttoinlandsprodukts rechnet. „Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft sind weiter positiv, obwohl es nach wie vor viele Risiken gibt“, betonte DIW-Präsident Marcel Fratzscher. Vor allem die Binnenwirtschaft mit der hohen Beschäftigung und steigenden Löhnen sorge für anhaltende Dynamik. Die Arbeitslosenquote werde im kommenden Jahr die Marke von fünf Prozent unterschreiten und damit den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung erreichen.

Diese Einschätzung teilen im Grunde alle führenden Forschungsinstitute. Das Kieler IfW allerdings verbindet seinen optimistischen Blick in die nähere Zukunft mit einer Warnung für die Zeit danach. Deutschland trete in die Endphase des seit fünf Jahren dauernden Aufschwungs ein, heißt es in der aktuellen Analyse des IfW. Mit Beginn des nächsten Jahrzehnts dürfte der Abschwung einsetzen. Allerdings hilft genau dann den Unternehmen und der Volkswirtschaft eine ungewöhnlich hohe Zahl an Arbeitstagen. Da viele Feiertage auf Wochenenden fallen, könnte die Konjunktur nach Einschätzung vieler Fachleute 2020 trotz einer Abschwächung im Trend die Wachstumsrate von knapp zwei Prozent sogar halten.

Weiter sehr gut sind die Aussichten für die öffentlichen Haushalte. In diesem Jahr erreicht der gesamtstaatliche Überschuss laut DIW mit gut 60 Milliarden Euro einen Rekordwert. Diese Summe entspricht 1,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Danach werde das Plus leicht zurückgehen, aber immer noch auf einem im historischen und internationalen Vergleich ungewöhnlich hohen Niveau verharren. Diese Spielräume sollte die Regierung nutzen, um das Wachstumspotenzial zu stärken, fordern die Ökonomen vom DIW. Dafür schlagen sie vor, die Investitionen in Bildung, Forschung, Infrastruktur und Digitalisierung zu erhöhen. Dagegen raten sie davon ab, das Rentensystem über höhere Steuerzuschüsse zu stabilisieren. Die demographische Herausforderung verlange grundlegendere Reformen der Alterssicherung.

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