Lade Inhalte...

VW Das Denken von Automanagern angenommen

Wenn es gegen die Interessen der Konzerne geht, spielen für die Bundesregierung Umwelt- und Gesundheitsschutz keine Rolle. Ein Kommentar.

Oliver Schmidt
VW-Manager Oliver Schmidt 2013 in den USA. Foto: Imago

Das Urteil eines US-Gerichts gegen den Ex-VW-Manager Oliver Schmidt ist hart, vielleicht sogar zu hart. Er muss für sieben Jahre in Haft. Weil er in den USA bei systematischen Manipulationen von Abgaswerten mitgemacht hat. Überträgt man das Strafmaß auf deutsche Verhältnisse, müssten ganze Abteilungen des Volkswagen-Konzerns und das Top-Management für viele Jahre einfahren. Undenkbar ist das. Auch weil hierzulande andere Rechtsnormen gelten.

Gleichwohl stellt sich die Frage, was die deutschen Institutionen so tun. Man wird den Eindruck nicht los, dass Staatsanwälte hierzulande zum Jagen getragen werden mussten.

Ermittlungsverfahren gegen Manager kamen erst in Gang, als Volkswagen in den Vereinigten Staaten längst des Betrugs überführt war. Doch wirklich besorgniserregend ist die Weigerung der Bundesregierung, gegen den Konzern vorzugehen.

Wegen des Verstoßes gegen hiesige Abgasnormen müsste der Konzern eigentlich hohe Bußgelder zahlen. Doch in dem Land, das sich gerne als Vorbild im Umweltschutz präsentiert, kann ein Autobauer jahrelang ungestraft Pkw verkaufen, die Schadstoffe weit über das Erlaubte hinaus in die Luft blasen.

Nichts zeigt deutlicher, wie stark die politische Elite bereits das Denken von Automanagern angenommen hat, für die Abgasnormen nichts als bürokratischer Schwachsinn sind. Wenn’s gegen die Interessen der Konzerne geht, spielen für die Bundesregierung Umwelt- und Gesundheitsschutz keine Rolle.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Abgasskandale

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum