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Volkswagen VW-Chefaufklärerin gibt auf

Die ehemalige Verfassungsrichterin Hohmann-Dennhardt war Chefaufklärerin des Dieselskandals bei Volkswagen. Jetzt wirft sie überraschend hin.

Die frühere Verfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt verlässt Volkswagen. Foto: Sebastian Gollnow

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Die Chefaufklärerin des Dieselskandals bei Volkswagen wirft hin: Christine Hohmann-Dennhardt scheidet nach nur gut einem Jahr überraschend aus dem Vorstand des Wolfsburger Autokonzerns aus.

In den Führungsgremien muss es heftigen Streit gegeben haben. Man gehe künftig getrennte Wege „aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über Verantwortlichkeiten und die künftigen operativen Arbeitsstrukturen in ihrem Ressort“, teilte das Unternehmen mit. In Branchenkreisen hieß es, sowohl Vorstandschef Matthias Müller als auch Mitglieder des Aufsichtsrats seien mit Hohmann-Dennhardts Arbeit unzufrieden gewesen.

Die frühere Verfassungsrichterin war Anfang 2016 als Vorstand für Integration und Recht nach Wolfsburg geholt worden. Sie sollte die Aufarbeitung des systematischen Betrugs bei Abgastests vorantreiben und im Konzern Strukturen schaffen, die Ähnliches künftig vermeiden. Zu ihren Aufgaben gehörte es aber auch, mit der US-Justiz möglichst günstige Vereinbarungen bei diversen Verfahren zu erreichen.

Erfahrung bei Daimler

Inzwischen summieren sich die finanziellen Belastungen des Konzerns durch den Abgasskandal auf gut 22 Milliarden Euro. Der Konzern hat bislang nur rund 18 Milliarden dafür zur Seite gelegt. Und die Rechtsstreitigkeiten sind bei Weitem noch nicht alle beigelegt. Vor allem liegen zahlreiche Klagen von Aktionären vor, die Volkswagen vorwerfen, die Öffentlichkeit zu spät über die manipulierten Abgaswerte informiert zu haben.

Für Hohmann-Dennhardts Berufung vor einem Jahr gab es seinerzeit von Analysten und Autoexperten viel Applaus. Der Schritt wurde als Signal dafür gewertet, dass Volkswagen es mit der Aufarbeitung des Skandals ernst meine. Die 66-Jährige wurde von Daimler geholt. Dort hatte sie sich mit der Aufarbeitung eines Schmiergeldskandals in den USA profiliert. Ihr Vorgehen galt in der Branche als vorbildlich, insbesondere in puncto Zusammenarbeit mit US-Behörden und Justiz. Zudem installierte sie bei Daimler ein System, das Korruption verhindern soll. Vor ihrer Tätigkeit in Stuttgart war sie zwölf Jahre lang Richterin am Bundesverfassungsgericht.

VW teilte mit, Hohmann-Dennhardt scheide zum 31. Januar „im gegenseitigen Einvernehmen“ aus dem Vorstand aus. Der Aufsichtsrat danke ihr dafür, dass sie mit ihrer „herausragenden Fachkompetenz und Erfahrung“ zum Erreichen wichtiger Meilensteine beigetragen habe.

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