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Volkswagen-Porsche-Konzern Die steile Karriere der Ursula Piëch

Ursula Piëch wurde vom Kindermädchen zur mächtigsten Persönlichkeit bei Volkswagen, Europas größtem Autobauer. Kein Wunder, denn ein Insider sagt: „Es gibt nur zwei Menschen, denen Ferdinand Piëch vertraut, VW-Chef Martin Winterkorn und seiner Frau.“

Ferdinand Piëch und seine Frau Uschi bei einer VW-Show. Foto: dpa

Das Kleid knallrot und tief ausgeschnitten. Ursula Piëch war der farbige Kontrapunkt zu den Managern in dunkelgrau und schwarz beim Festakt zum 100. Geburtstag von Audi Ende Juli. Bei öffentlichen Auftritten fällt sie immer auf, nicht mit brillanten Reden, sondern wegen ihren Vorliebe für bunte Garderobe. Die Frau von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch ist bei allen wichtigen Terminen dabei. Sie geht mit ihm über die Messen, so wird es auch wieder Anfang Oktober beim Pariser Autosalon sein.

Sie lacht viel und herzlich, ist präsent, aber sie drängt sich nicht auf. In der Yellowpress spielt sie keine Rolle, obwohl ihr eine deutliche Neigung zur öffentlichen Selbstdarstellung nachgesagt wird. Doch der 73-Jährige möchte das nicht – schließlich sind schon einige Politiker und Manager über Artikel nebst Fotostrecken in der Bunten gestolpert.

Gleichwohl, über Ursula Piëch dürfte es künftig mehr zu lesen geben. Sie ist die designierte Regentin im neuen Volkswagen-Porsche-Konzern. Ein weiteres Beispiel für eine enorm steile Gattinnen-Karriere, vergleichbar mit Friede Springer, Elisabeth Schaeffler oder Liz Mohn (Bertelsmann). Die Österreicherin war einst Kindermädchen im Hause Piëch. Seit vielen Jahren ist sie mit Ferdinand verheiratet, sie haben drei gemeinsame Kinder. Der Enkel des legendären Konstrukteurs und Firmengründers Ferdinand Porsche hat neun weitere Nachkommen aus drei anderen Beziehungen. Doch nicht die Kinder sollen den milliardenschweren Besitz künftig verwalten. Piëch hat seinen siebenprozentigen Anteil am Sportwagenbauer Porsche und die zehn Prozent an der Salzburger Porsche Holding, dem größten Autohändler Europas, in zwei Stiftungen eingebracht, in denen er unumschränkt das Sagen hat. Nach seinem Tod soll Ursula die Kontrolle übernehmen.

„Es gibt nur zwei Menschen, denen Ferdinand Piëch vertraut, VW-Chef Martin Winterkorn und seiner Frau“, sagt ein Insider. Doch typisch für den Mann, der als misstrauischer Einzelgänger gilt: Er hat Bedingungen festgelegt. Bei einer Scheidung oder einer erneuten Heirat nach Ferdinands Tod verliert sie alles. Die Stiftungskonstruktion hat vor allem den Zweck, es den zwölf Kindern es fast unmöglich zu machen, den Besitz zu verkaufen. Einer Veräußerung müssen nicht nur Vorsitz und Beirat der Stiftung, sondern auch mindestens neun der zwölf Kinder zustimmen. Piëch will damit verhindern, dass Investoren, denen es nur um Rendite geht, Einfluss in dem Konzern gewinnen, der jährlich mehr als 100 Milliarden Euro umsetzt.

Stattdessen soll Ursula Piëch mit den Stiftungen im Rücken künftig das Wort im Familienclan Porsche-Piëch führen, der 2011 mit der Integration von Porsche in die VW-Gruppe den Autobauer endgültig kontrollieren wird. Ob das Ex-Kindermädchen aber auch in puncto Autosachverstand ihrem Mann nachfolgen wird, ist indes fraglich. Sie soll von ihm einen Bugatti Veyron (1001 PS) geschenkt bekommen haben, aber mit dem Auto überhaupt nicht zurecht kommen.

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