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Verbraucherzentrale Gesundheits-Apps überzeugen nicht

Verbraucherschützer kritisieren die Intransparenz von Gesundheits-Apps.

Gesundheits-App
Keine App erfüllte alle drei geprüften Kriterien vollständig. Foto: Daniel Naupold (dpa)

Sie versprechen Tipps zu gesunder Bewegung, sie liefern Hinweise zu Symptomen und Diagnosen, sie erteilen Ratschläge, wie Beschwerden gemindert werden können: Gesundheits-Apps spielen im Alltag vieler Menschen eine immer größere Rolle. Allerdings ist in vielen Fällen weder klar, an welche Patientengruppen sich die digitalen Ratgeber eigentlich wenden, noch woher sie ihre Informationen beziehen.

Das jedenfalls kritisiert die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die Anfang Juni mehrere Gesundheits-Apps unter die Lupe nahm. 

Untersucht wurden 17 kostenlose Apps zur Linderung von Rückenleiden, Rheuma, Muskelschmerzen und anderen Beschwerden des Bewegungsapparats. Dabei prüften die Verbraucherschützer das Angebot anhand dreier Fragestellungen: Wird der Zweck der App eindeutig benannt und der Sinn der empfohlenen Maßnahmen erläutert?

Ist erkennbar, an welche Zielgruppe sich die Empfehlungen richten, für wen sind sie also geeignet und für wen sie nicht gedacht sind? Basieren die Tipps auf wissenschaftlich fundierten Quellen und werden diese auch genannt? Das Fazit: Schmerzpatienten haben kaum eine Chance, geeignete von untauglichen oder sogar gesundheitsschädlichen Apps zu unterscheiden. Zu dürftig seien die Hinweise zum Zweck, Nutzen und den Grenzen einer Anwendung, zu dünn die medizinischen Belege.

Sinn und Zweck einer App waren in allen Fällen für die Nutzer erkennbar. Jedoch lieferten nur drei Viertel der Apps zumindest Hinweise, für wen die abgegebenen Empfehlungen geeignet sind und für wen nicht. Nur vier tun dies sowohl in der Produktbeschreibung als auch in der App selbst. Dabei verzichtet ein gutes Drittel aller Apps auf medizinische Hinweise. Nur sieben der 17 Apps klärten über die Quellen für ihre Ratschläge auf.

Keine App erfüllte alle drei geprüften Kriterien vollständig.  Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, forderte daher gesetzliche Mindeststandards für Gesundheitsapps. 

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