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Urlaubsflüge Günstig abheben

Wer einen Flug in den Urlaub sucht, kann mit der Hilfe von Suchmaschinen kräftig sparen. Doch im Internet lauern mitunter versteckte Kostenfallen.

Abheben
Flugzeug beim Start: Wer vor dem Flug die Preise vergleicht, kann profitieren. Foto: Leonid Faerberg (imago stock&people)

Egal ob Last Minute in den Sommerurlaub oder eine frühzeitige Buchung für den Skiurlaub im Winter – der Flug macht einen nicht unerheblichen finanziellen Teil des gesamten Urlaubsbudgets aus. Es gibt für ein und denselben Flug aber häufig unterschiedliche Preise – je nachdem über welches Portal das Flugticket gekauft wird, auch der Zeitpunkt der Buchung ist entscheidend. Es macht zudem einen Unterschied, ob der Kunde die Website der jeweiligen Fluggesellschaft direkt ansteuert, über Flugvermittler ein Ticket bei einer Airline bucht oder klassisch über ein Reisebüro seinen Urlaub organisiert. Abseitig davon gibt es noch Flugsuchmaschinen – und die sind für einen allerersten Überblick am wichtigsten.

Flugsuchmaschinen sind, wie der Name schon sagt, lediglich dazu da, Flüge zu suchen und preislich zu vergleichen. Flüge buchen kann man bei ihnen nicht. Das funktioniert über externe Links, die Kunden auf die Seiten der Anbieter weiterleiten. Bei Suchmaschinen wie flug.idealo.de, Swoodoo, Kayak oder Skyscanner gibt es den größten Überblick über die Strecken und Angebote. Die Trefferlisten zeigen die günstigsten Preise von Airlines und Flugvermittlern. Denn die Preise können sich durchaus unterscheiden, auch wenn es sich um ein und denselben Flug handelt.

Flugvermittler wie Opodo oder fluege.de  arbeiten mit Airlines zusammen und verkaufen Flüge weiter. Die Onlineauftritte sind ähnlich aufgemacht wie Flugsuchmaschinen und sind mit diesen daher leicht zu verwechseln. Der Unterschied ist, dass hier nicht das gesamte Spektrum der Flüge aufgelistet ist, sondern nur solche mit denen der Vermittler zusammenarbeitet. Dem Kunden könnten also Schnäppchen entgehen.

Vermittler nehmen eine Servicegebühr, also eine Provision von etwa 15 bis 30 Euro pro Buchung. Diese Gebühr entfällt bei einer Direktbuchung bei der Airline. Doch wer nun meint, dass es generell günstiger ist ohne Umwege direkt bei der Airline zu buchen, liegt falsch. „Dadurch, dass Flugvermittler frühzeitig ein bestimmtes Kontingent an Flügen von der Airline kaufen, kann es durchaus sein, dass diese trotzdem günstiger sind“, sagt Hermann-Josef Tenhagen, Chef des Verbraucherportals Finanztip.

Pauschal könne man nicht sagen auf welchem Portal sich die besseren Preise finden lassen, so Tenhagen. „Wer Zeit hat, dem empfehle ich, unbedingt die Preise bei einer Flugsuchmaschine zu vergleichen und danach zu entscheiden.“ Wer es eilig habe, dem rate er, im Zweifel direkt bei der Airline zu buchen. Serviceanliegen wie Umbuchungen oder Stornierungen seien hier wegen einer Kommunikation ohne Umwege einfacher, sagt der Verbraucherschützer. Rechtlich abgesichert bei Flugausfällen ist man allerdings am besten bei einem Pauschalreiseanbieter, dieser ist dann verpflichtet für Ersatz zu sorgen. Bucht man bei der Airline oder einem Vermittler ist dies nicht der Fall.

Ob nun bei der Airline direkt oder über Vermittlerportale: Hat man erst einmal das günstigste Angebot aus allen Portalen ermittelt, sind die Preise oftmals bereits wieder gestiegen. Denn ein niedriger Anfangspreis bleibt nicht immer bis zum Ende der Buchung bestehen. Das hat zweierlei Gründe: Die Preise schwanken mehrmals täglich, weil das Angebot die Nachfrage bestimmt – ist der Flug fast ausgebucht ziehen die Preise an, sind kurz vor Flugtermin noch viele Plätze frei, kommen günstigere Tickets auf den Markt. „Die Preisschwankungen sind eine große Herausforderung für Suchmaschinen. Diese ,just in time‘ darzustellen benötigt eine Menge IT-Ressourcen“, erklärt Tenhagen. Von den Preisschwankungen sind auch klassische Reisebüros nicht frei. Auf einigen Portalen können sich Kunden aber in eine Mailingliste eintragen, diese läuft unter dem Stichwort „Preisalarm“. Fallen oder steigen die Preise, werden die Empfänger benachrichtigt.

Ein weiterer Preissprung kann durch Zusatzgebühren, wie etwa Gebühren für Kreditkartenzahlung, Steuern oder für eine Reiserücktrittsversicherung entstehen. Sind diese Kosten nicht von Beginn an aufgeführt, verstößt der Anbieter damit allerdings gegen die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs. Dieser hat festgelegt, dass Fluggesellschaften und Reisevermittler auf ihren Onlineportalen immer den Endpreis inklusive etwaigen Zusatzgebühren und Steuern anzeigen müssen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat deswegen bereits mehrere Klagen und Abmahnverfahren gegen Fluggesellschaften und Portale geführt.

Angebotene Versicherungen meist zu teuer

Doch die wehren sich: „Nur wenn während der Buchung einzelne Kriterien geändert werden, kann dies den vorher angezeigten Endpreis beeinflussen, da schlichtweg die Angebotsparameter geändert werden und dadurch ein neues Angebot – seitens der Airline – übermittelt wird“, sagt Kevin Wiederspächer, Sprecher von fluege.de auf Nachfrage. Er betont aber, dass auf dem Portal von Beginn an alle Kriterien von den Kunden eingestellt werden können. Auch untersagt es das EU-Recht, dass Anbieter automatisch ein Häkchen bei einer Reiserücktrittsversicherung setzen, der Kunde diese theoretisch also aktiv ausschlagen müsste. Hier lohnt es sich in jedem Fall, aufmerksam zu sein – zumal die angebotenen Versicherungen in den meisten Fällen deutlich zu teuer sind.

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