Lade Inhalte...

Unternehmen Jack Wolfskin ist über den Berg

Gläubiger übernehmen die Mehrheit an dem hessischen Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin. Die Hedgefonds setzen auf Wachstum und wollen unter anderem in China expandieren.

Jack Wolfskin
Alles für Naturfreunde: Filiale von Jack Wolfskin in Erfurt. Foto: imago

Entscheidung im Kampf um Jack Wolfskin: Im seit Monaten andauernden Ringen um die Macht beim hessischen Anbieter von Outdoor-Kleidung haben sich die Gläubiger durchgesetzt und die Mehrheit übernommen. Für die Firma aus Idstein bedeutet das laut Pressemitteilung eine Schuldenreduzierung von bisher 365 Millionen Euro auf künftig noch 110 Millionen. Die neuen Eigentümer stellen Jack Wolfskin zudem 25 Millionen Euro frische Mittel als Gesellschafterdarlehen zur Verfügung, um künftiges Wachstum zu finanzieren.

Firmenchefin Melody Harris-Jensbach sagte laut Mitteilung: „Das Unternehmen verfügt nun über eine solide Basis und das erforderliche Kapital, um sein Geschäft weiter auszubauen. Hinzu kommt ein erfreulicher Verlauf in unserem operativen Geschäft. Wir sehen langsam wieder Wachstum in Deutschland, Österreich und der Schweiz als unserem traditionellen Kernmarkt sowie in unseren Fokusmärkten.“

Ein Unternehmenssprecher sagte der FR, die neuen Eigentümer wollten in die Marke investieren, die Produktlinien stärken, in China wachsen und insgesamt die Internationalisierung voranbringen. Das Geschäft auf der Münchner Branchen-Messe Ispo sei gut gelaufen, die Lage bei Abverkäufen und Aufträgen gut und das Interesse an den Produktlinien hoch. Die neuen Eigentümer hätten sich am Dienstag den Mitarbeitern in Idstein vorgestellt und dort ein „klares Bekenntnis zu Wachstum abgelegt“. Das Unternehmen sei kein Restrukturierungsfall, heißt es auf die Frage nach einem möglichen Sparprogramm.

Neben Bain Capital gehören auch die Hedgefonds HIG / Bayside Capital sowie CQS zu den neuen Mehrheitseigentümern von Jack Wolfskin. Die drei Fonds halten zusammen mehr als die Hälfte der Anteile an der Gesellschaft.

Bereits seit Ende 2016 sind die Gerüchte um das Idsteiner Unternehmen ins Kraut geschossen. Offensichtlich hatten die Hedgefonds Banken Kredite abgekauft und verhandelten etwa seit Januar mit dem bisherigen Eigentümer Blackstone um eine Restrukturierung der Verbindlichkeiten, die sie zum Sommer hätten fällig stellen können.

Jack Wolfskin ist seit 2001 durch die Hände mehrere Investoren gegangen und stark verschuldet. 700 Millionen Euro soll Blackstone 2011 nach unbestätigten Angaben bezahlt und davon 500 Millionen bei der Firma abgeladen haben. Laut Bundesanzeiger hat die JW Germany Holding – Mutter der beiden operativen Jack Wolfskin-Gesellschaften – im Geschäftsjahr 2014/15 einen Verlust von 80,6 Millionen Euro gemacht, bei einem Umsatz von noch 314 Millionen Euro. 2016 ist dieser laut Firmensprecher auf 351 Millionen Euro gestiegen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen