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Übernahme Vodafone kauft Unitymedia

2. UpdateNach jahrelangem Hin und Her übernimmt Vodafone den Kabelnetzbetreiber Unitymedia.

Vodafone-Deutschlandzentrale
Die Deutschlandzentrale von Vodafone in Düsseldorf. Foto: Federico Gambarini/Illustration

Jetzt ruckt es in der Telekom-Branche. Nach jahrelangem Hin und Her wird der Kabelnetzbetreiber Unitymedia vom britischen Mobilfunkkonzern Vodafone übernommen. Das bedeutet zwar nur, dass Vodafone seiner Fernsehkabelsparte die Netze in NRW, Hessen und Baden-Württemberg einverleibt. Doch damit entsteht ein neuer Riese in der Branche, der es mit der Deutschen Telekom aufnehmen kann. Zugleich befürchten kleinere Anbieter eine massive Einschränkung des Wettbewerbs.

Die Übernahme ist Teil eines größeren Deals: Unitymedia gehörte bislang zu Liberty Global, einem der größten Breitband-Anbieter weltweit. Nun verkauft Liberty auch noch seine Aktivitäten in Tschechien, Ungarn und Rumänien. Die Transaktion hat ein Gesamtvolumen von 18,4 Milliarden Euro. Es ist die größte Übernahme in der Branche in Europa seit fünf Jahren. Die mit weitem Abstand wertvollste Komponente ist Unitymedia. Der Anbieter verfügt in den drei Bundesländern über rund 7,2 Millionen Kunden. 

Die TV-Kabel wurden in den 1980er Jahren vom Staat verlegt und waren zunächst nur für den Fernsehempfang gedacht. Mit der Zerlegung und Privatisierung der Bundespost wurden die Netze der Deutschen Telekom zugeschlagen – allerdings mit der Auflage, sie weiterzuverkaufen. Nach mehreren Besitzerwechseln landeten 2014 die Netze von 13 Bundesländern bei Vodafone. Liberty war in den übrigen drei Ländern aktiv.

Vodafone hat nun mit dem gesamtdeutschen Kabelnetz Großes vor. Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter will in den kommenden vier Jahren zwölf Milliarden Euro investieren, um für 25 Millionen Haushalte nicht nur TV, sondern vor allem schnelle Internetverbindungen anbieten zu können. 

Telekom-Chef Tim Höttges bezeichnete die Übernahme unterdessen als „wettbewerbsverzerrend“. Auch Stefan Albers, Geschäftsführer des Bundesverbandes Breitbandkommunikation, warnt vor einer Einschränkung des Wettbewerbs zu Lasten von Verbrauchern und Unternehmen.

Klar ist, dass das Bundeskartellamt und  die EU-Kommission die Übernahme genau prüfen werden. Viele Vertreter der Telekom-Branche halten den Deal aber für vertretbar, sofern die Bundesnetzagentur die Öffnung des Kabelnetzes für andere Anbieter verfügt. Denen müsste Vodafone dann seine Netze zu fairen Preisen zur Miete anbieten. Zu solch einem Zugriff der Rivalen auf eigene Infrastruktur ist bislang nur die Telekom verpflichtet. 

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