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Toyota Toyota tritt auf die Bremse

Nach einem Rekordgewinn tritt Toyota auf die Euphorie-Bremse. Der absatzstärkste Autohersteller der Welt verdoppelte im abgelaufenen Geschäftsjahr dank des schwachen Yen zwar seinen Überschuss nahezu auf umgerechnet knapp 13 Milliarden Euro und erzielte damit das beste Ergebnis seiner Geschichte.

08.05.2014 14:52
Nach einem Rekordgewinn tritt Toyota auf die Euphorie-Bremse. Foto: REUTERS

Aber für das laufende Geschäftsjahr (bis Ende März) sagte der VW -Rivale am Donnerstag einen um 2,4 Prozent niedrigeren Gewinn voraus. Das wäre der erste Rückgang seit drei Jahren. Das traditionell vorsichtige Management ist mit seiner Prognose deutlicher pessimistischer als Branchenexperten, die bislang von einem Anstieg von 7,4 Prozent ausgegangen waren. Die Konzernführung stellt sich nun auf nachteilige Währungseffekte und stagnierende Verkäufe ein. Demnach wird der Absatz 2014/2015 bei 9,1 Millionen Fahrzeugen verharren.

Konzernchef Akio Toyoda sieht sich mit einem schrumpfenden Heimatmarkt konfrontiert und muss eine Durststrecke bis zum Start neuer Modelle überbrücken. Toyoda sprach von einer Flaute, in der nach Wegen für eine Stabilisierung der Geschäfte gesucht werden müsse. Ziel ist es, das Wachstum auf eine solide Grundlage zu stellen. Die vergangenen Jahre wurden durch Extreme geprägt. 2010 wurde Toyota von einem Massen-Rückruf gebeutelt, 2011 von den Folgen des Tsunami. Doch die Erholung gelang rasch und gipfelte im Rekordgewinn 2013/2014.

Japans Währungspolitik hilft

Die Entwicklung wirft ein Schlaglicht auf die Bedeutung der Devisenpolitik für das Exportgeschäft international tätiger japanischer Konzerne. Seit Mitte November 2012 ist der Dollar gegenüber dem Yen um fast 30 Prozent gestiegen. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe war mit dem Versprechen angetreten, auch mit Währungspolitik die heimische Wirtschaft anzukurbeln. Inzwischen sind vergleichbare Forderungen in Frankreich laut geworden, wo die Regierung der zweitgrößten Volkswirtschaft in der Eurozone gegen Konjunkturschwäche, hohe Arbeitslosigkeit und den industriellen Niedergang kämpft.

Im Fall von Toyota ging die Rechnung zunächst auf: Vorteilhafte Währungseffekte haben den Japanern bei ihren Geschäften in wichtigen Auslandsmärkten viel Geld in die Kassen gespült. Doch die Abwertung der japanischen Währung dürfte sich in den kommenden Monaten kaum in demselben Tempo fortsetzen. Toyota rechnet sogar damit, dass sich die Effekte umkehren und bei dem Autobauer negativ zu Buche schlagen.

Andere exportorientierte Großkonzerne haben bereits mit derartigen Problemen zu kämpfen. So leiden die Sportartikelhersteller Adidas, Nike und Puma unter dem dem Kursverfall von Währungen in Schwellenländern wie Argentinien und Russland. Auch auf Toyotas Konkurrent VW lasteten zuletzt die Kursverluste des Rubel wegen der Ukraine-Krise. (Reuters)

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