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Tourismus Wie der Urlauber auf Reisen spart

Auf Reisen kann man günstig an Geld kommen und die Gebührenfallen umgehen. Polen ist momentan das günstigste Reiseland in der EU.

Geldautomaten
Neben den Kosten der hauseigenen Bank kann auch der Automatenbetreiber der Fremdbank im Ausland für das Abheben Gebühren verlangen. Foto: rtr

Wie teuer der Sommerurlaub wird, hängt vor allem damit zusammen, wo die Reise hingehen soll. In Skandinavien muss für das Abendessen eher tiefer in die Taschen gegriffen werden als im Süden Europas. Tatsächlich ist Polen momentan das günstigste Reiseland in der EU. Abgesehen von der Entfernung und den damit verbundenen Reisekosten sind die Lebenshaltungskosten in den Ländern unterschiedlich hoch. In Polen liegen sie für Waren und Dienstleistungen unter dem Schnitt. Für einen Euro bekommen Urlauber in Polen fast doppelt so viel wie in Deutschland, nämlich nach aktuellen OECD-Daten einen Warenwert von 1,89 Euro. Dänemark ist dagegen das teuerste Land der EU, das Preisniveau liegt um 38,7 Prozent über dem EU-Schnitt.

Deutsche geben 983 Euro für fünf Tage aus

Laut einer Erhebung der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reise gaben die Deutschen 2016 im Schnitt 983 Euro pro Person für eine mindestens fünftägige Reise aus. Doch wie fast überall lässt sich an verschiedenen Ecken und Enden sparen, um unnötige Beträge zu vermeiden.

Ein Aspekt ist das Geldabheben an sich. Wie schont der Währungsumtausch maximal das Portemonnaie? Macht es einen Unterschied, ob die Girocard oder die Kreditkarte eingesetzt wird? Liegt das Reiseziel außerhalb der Währungsunion, müssen Scheine und Münzen umgetauscht werden. Dies schon vor dem Urlaub zu tun, lohnt sich  nicht, da es generell günstiger ist, vor Ort mit der Girocard oder Kreditkarte zu zahlen oder das Bargeld im Reiseland am Automaten in Landeswährung abzuheben.

Auch die hauseigene Bank gibt Fremdwährungen aus

Wer dennoch eine geringe Menge Geld in Landeswährung dabei haben möchte, um zumindest den Shuttle zum Hotel zahlen zu können, tauscht bereits in Deutschland um. Reisebanken haben auch exotische Währungen vorrätig, dafür fallen Serviceentgelt und Gebühr auf den Umtauschbetrag ziemlich hoch aus. Rechnen muss man mit einer zusätzlichen Gebühr von etwa zehn Euro. Auch die hauseigene Bank gibt Fremdwährungen aus und ist oftmals eine günstigere Alternative, doch nicht alle Institute haben seltene Fremdwährungen vorrätig. Die Lieferung dauert aber ein paar Tage, es sollte also rechtzeitig angefragt werden.

Wichtiger noch ist, daran zu denken, die Girocard oder Kreditkarte für die Benutzung im Ausland freizuschalten. „Einige Banken sperren die Funktionen für das Ausland aus Sicherheitsgründen“, sagt Tanja Beller vom Bundesverband Deutscher Banken (BdB). Ein Anruf aber würde genügen, um die Nutzung auch im Reiseland freizuschalten. Außerdem ist abzuklären, ob die Karte vor Ort akzeptiert wird. Eine Maestro-Karte etwa ist weltweit verbreitet, Girokarten mit V Pay-Logo in der Regel nur im europäischen Raum.

Laut dem Bankenverband nutzen immer häufiger Deutsche im Urlaub die Kreditkarte zum Bezahlen. 2017 waren es rund 47 Prozent, während 2014 nur 33 Prozent angaben, auf Reisen bevorzugt bargeldlos zu zahlen.

Gebühren an Geldautomaten

Doch auch am Automaten fallen Gebühren an. Die Höhe der Kosten legt die kartenausgebende Bank fest. Die Gebühr richtet sich prozentual nach dem Umsatz – das Abheben kleinerer Beträge ist somit teurer. Häufig ist ein Mindestbetrag ausgewiesen. Die Zusatzkosten werden allerdings nicht während des Abhebevorgangs angegeben; die erfährt der Bankkunde nur über die Gebührenordnung seiner Bank. Hier herrscht wenig Transparenz und es droht eine Kostenfalle.

Neben den Kosten der hauseigenen Bank kann auch der Automatenbetreiber der Fremdbank für das Abheben Gebühren verlangen. In der Regel ist dies im außereuropäischen Ausland der Fall. Das Problem: Die Gebühr fällt auch dann an, wenn die kartenausgebende Bank mit kostenfreien Abhebungen wirbt, denn auf Gebührenforderungen der Automatenbetreiber haben die Geldhäuser keinen Einfluss.

Ob es darüber hinaus günstiger ist, mit der Girocard oder der Kreditkarte an den Automaten Geld zu ziehen, ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Grundsätzlich sei es sinnvoll, beide Karten dabeizuhaben, sowohl die Kreditkarte als auch die Girocard, so der Rat von Tanja Beller. „Mit der Girocard ist man in Europa gut aufgestellt, Amerika dagegen ist ein klassisches Kreditkartenland“, sagt die BdB-Expertin. Null Kosten gibt es nur in Ausnahmefällen. Etwa wenn man eine bestimmte Auslandsreiseoption bei der Kreditkarte hat. Auch wenn es eine Kooperation der Hausbank mit einem Institut im Urlaubsland gibt, ist die Abhebegebühr dort tendenziell günstiger als bei anderen Fremdbanken.

Rücktausch bringt eher Verluste

Wer am Ende des Urlaubes noch Geld übrig hat, hat eher das Nachsehen – zumindest wenn die Scheine in Fremdwährung umgetauscht worden sind. Denn ein Rücktausch bringt eher Verluste mit sich – hier fallen ein weiteres Mal Gebühren an. „Es ist tatsächlich sinnvoll – bis vielleicht auf ein paar Scheine und Münzen aus Erinnerungsgründen – alles auszugeben, gerade wenn man in entfernte exotische Länder mit seltener Währung reist“, sagt Beller. Banken tauschen das Geld dann nur noch zu einem für die Kunden ungünstigen Wechselkurs zurück. Auch das sei ein Grund, den Großteil des Urlaubs bargeldlos zu bestreiten.

„Was die Sicherheit angeht“, fügt Beller hinzu, „kann es nicht schaden, zu Hause angekommen, die Kontoauszüge einfach einmal zu überprüfen.“

 

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