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Teldafax Insolvenz Teldafax-Chef entzieht sich der Justiz

Die Bonner Staatsanwaltschaft dehnt ihre Ermittlungen gegen Teldafax aus. Im Zentrum steht der frühere Chef Michael Josten. Der hält sich aber in der Schweiz auf - dank "günstiger Sozialprognose".

Teldafax-Zentrale in Troisdorf (März 2011). Foto: dapd

Die Bonner Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt wieder im Fall des insolventen Stromanbieters Teldafax und ordnet Durchsuchungen beim ehemaligen Vorstandschef, Gesellschafter und Aufsichtsrat Michael Josten an. Das berichtet das Handelsblatt.

Josten hält sich zur Zeit in der Schweiz auf. Daher ersuchen die deutschen Ermittler Amtshilfe bei den Schweizer Kollegen.

Teldafax geht 2011 in die Insolvenz

Teldafax meldet am 14. Juni 2011 am Amtsgericht Bonn Insolvenz an. Daraufhin stellt der Insolvenzverwalter Biner Bähr den Betrieb ein. Er beschreibt den Zustand des Unternehmens als völlig chaotisch. Zum Beispiel findet er Hunderttausende ungeöffnete Kundenbriefe mit Anfragen und Beschwerden.

Mit 750.000 Gläubigern ist die Teldafax-Pleite der größte Insolvenzfall in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Seit 2009 hatte das Unternehmen keine Bilanzen mehr vorgelegt, wie das Handelsblatt berichtet. Trotzdem lockte Teldafax mit Billgpreisen und Rudi Völler als Werbefigur Hundertausende Kunden.

Nach Angaben des Insolvenzverwalters war Teldafax schon 2009 insolvenzreif. Seitdem hatte das Unternehmen keine Bilanzen mehr vorgelegt und war überschuldet. Trotzdem lockte Teldafax mit Dumpingangeboten und Werbepartnern wie Rudi Völler und Bayer Leverkusen weiter Kunden. Deren Vorauszahlungen hielten das System aufrecht. Ende Juni 2011 begann die Staatsanwaltschaft Bonn ihre Ermittlungen wegen des Verdachts auf Betrug und Insolvenzverschleppung.

Der Teldafax-Chef Michael Josten hatte erst Mitte 2010 seine zweieinhalbjährige Haftstrafe wegen Betrugs in 176 Fällen bei Geschäften mit Immobilienfonds der Secur-Finanz AG angetreten. Josten war im März 2007 verurteilt worden, entzog sich aber seiner Verhaftung, indem er seinen Wohnsitz in die Schweiz verlegte.

Noch aus der Haft heraus hielt Josten als Freigänger die Fäden bei Teldafax in der Hand. Trotzdem bescheinigte ihm das Oberlandesgericht Karlsruhe eine "günstige Sozialprognose". Er kam Ende 2011 vorzeitig frei. Sein Aufenthalt in der Schweiz erschwert nun erneut die Ermittlungen der deutschen Justiz. (fle)

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