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Streit um Betriebsrat Gewerkschaft stellt Strafantrag gegen Vapiano

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat Strafantrag gegen die Restaurantkette Vapiano gestellt. Der Vorwurf: Der Konzern habe die Bildung eines Betriebsrates in Bochum massiv behindert. Vapiano bestreitet die Vorwürfe.

Behindert Vapiano die Gründung eines Betriebsrates? Foto: imago stock&people

Die Schnellrestaurant-Kette Vapiano SE verspricht auf ihrer Internetseite „entspannte Atmosphäre, mediterrane Leichtigkeit und südländische Lebensfreude“. Derzeit dürfte sich die frohsinnige Gelassenheit in der Geschäftsleitung des Unternehmens mit Sitz in Bonn allerdings verflüchtigt haben. Vapiano sieht sich mit einem Strafantrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bei der Staatsanwaltschaft Bochum konfrontiert, der dem Image der Pizza-Pasta-Kette gewiss nicht zuträglich ist. Das Unternehmen soll die Betriebsrats-Wahl für eine Bochumer Niederlassung rechtswidrig behindert haben.

Die Kette betreibt weltweit 125?Restaurants, davon mehr als 40 in Deutschland. Einige der Betriebe werden von selbstständigen Franchise-Nehmern, andere von Vapiano in Eigenregie geführt. Dort hat es bislang keine Betriebsräte gegeben. Die Beschäftigten der von Vapiano direkt geführten Bochumer Niederlassung wollten dies ändern.

Mitgliedern des Wahlvorstands fristlos gekündigt

Nach der Wahl eines Wahlvorstands am 31. Januar habe die Bochumer Restaurantleiterin die Arbeitszeiten fast aller Wahlvorstandsmitglieder zusammengestrichen, so die NGG. Einige Wahlvorstände seien von Qualifizierungsmaßnahmen ausgeschlossen worden, andere hätten Verantwortungsbereiche abgeben müssen. Als dies nichts fruchtete, versuchte die Unternehmensleitung in letzter Minute, die Betriebsratswahl mit einer einstweiligen Verfügung zu stoppen. Doch das Arbeitsgericht Bochum erklärte die Wahl für rechtens.

Am Folgetag habe der Vorstandschef des Konzerns, Gregor Gerlach, höchstselbst zwei Wahlvorstandsmitgliedern und dem Betriebsleiter fristlos gekündigt, so Yvonne Sachtje, Geschäftsführerin der NGG Bochum. Bis heute verfüge der Wahlvorstand nicht über geeignete Mittel und Räumlichkeiten zum Abhalten der Betriebsratswahl.

Vapiano ließ eine umfangreiche Fragen-Liste der Berliner Zeitung am Montag unbeantwortet. Gegenüber Welt online machte das Unternehmen Formfehler bei der Wahlvorstandswahl geltend.

Man halte die Arbeit von Betriebsräten im übrigen für wichtig. Daher werde sich Vapiano „nie gegen die Einrichtung eines Betriebsrates stellen“.

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