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Streaming-Dienste Teurer Filmabend

Bei Streaming-Apps ist Vorsicht geboten. Manche verleiten Nutzer unwissentlich zum Filesharing.

Streaming in der dunklen Ecke
Verbraucherschützer warnen vor Streaming-Apps, die ihre Nutzer unwissentlich zum Filesharing verleiten. Foto: rtr

Wer Spielfilme oder Serien über das Internet auf seinem Computer oder Smartphone sehen will, macht das vorzugsweise per Streaming-App. Die gibt es in illegalen Varianten in dunkleren Ecken des Netzes oder in legalen Formen über seriöse App-Stores wie die von Google oder Apple. Das kann sich aber als teuerer Irrtum erweisen, warnen die Marktwächter Digitale Welt der Verbraucherzentrale Bundesverband und deren Referent Recht in der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Maximilian Heitkämper. Denn immer öfter melden sich bei Verbraucherschützern gutgläubige Internetnutzer, die wegen illegalem Filesharing kostenpflichtig abgemahnt werden.

Dieses illegale weiterverbreiten urheberrechtlich geschützter und eigentlich kostenpflichtiger Filme oder Serien liegt im juristischen Sinn vor, wenn Nutzer diese selbst ins Internet hochladen, was auch völlig unabsichtlich geschehen kann. Genau das ist etwa bei einer App namens „Stremio“ der Fall, die Heitkämper und seine Kollegen in gängigen App-Stores gefunden haben, die eigentlich eine legale Vorauswahl treffen sollten. Denn während Nutzer über solche Apps einen Film sehen, werden im Hintergrund unbemerkt Videoinhalte auf ihr Smartphone oder ihren Computer heruntergeladen und für andere Nutzer wieder hochgeladen, was ohne entsprechende Lizenz illegal ist.

„Die professionell erscheinenden Apps in den großen App-Shops verleiten unwissentlich zum Filesharing, denn Verbraucher können diese Apps häufig kaum von seriösen Angeboten unterscheiden und laufen Gefahr, in die illegale Filesharing-Falle zu tappen“, warnt Heitkämper. Das kann teuer werden. „Die Summen liegen bei 800, 900 Euro“, ergänzt ein Kollege mit Blick auf gängige Abmahnschreiben. Bemerken könne man das Herunter- und Hochladen im Hintergrund ohne größeres Expertenwissen nicht. Wer Stremio oder eine ähnlich funktionierende App über den iTunes oder Google App Store heruntergeladen habe und dann abgemahnt wird, könne versuchen Apple oder Google dafür haftbar zu machen. Eine Rechtsprechung gebe es dazu in Deutschland aber noch nicht.

Weiter hilft in jedem Fall gesunder Menschenverstand. Denn wenn Apps wie Stremio beispielsweise den aktuellen Kinofilm „The Greatest Showman“ oder Blockbuster umsonst anbieten, die auf legalem Weg nur per Einmalzahlung oder Abo erhältlich sind, ist Misstrauen angebracht. „Wenn sich solche aktuelle Produktionen in Apps zum kostenlosen Abruf finden, sollte dies ein Warnsignal für Verbraucher sein, dass das Angebot illegal sein könnte“, stellt Heitkämper klar. Sonst könnte der Filmabend extrem teuer werden.

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