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Stellenabbau UBS dampft Investmentbanking ein

Die Schweizer Großbank baut um: 2000 Stellen im Investmentbanking werden abgebaut. In der Finanzkrise hatten Milliardenverluste in diesem Bereich die UBS an den Rand des Zusammenbruchs gebracht.

17.11.2011 21:33
Die UBS will durch eine Verkleinerung des Investmentbankings Risiken abbauen. Foto: dapd

Die Schweizer Großbank UBS will sich stärker auf die Vermögensverwaltung konzentrieren und durch eine Verkleinerung des Investmentbankings Risiken abbauen. Die Zahl der Beschäftigten in der Investment-Sparte soll von derzeit rund 18.000 bis Ende 2013 auf 16.500 reduziert werden und dann bis 2016 auf 16.000 sinken, wie die UBS am Donnerstag mitteilte.

Statt dieser 2000 Stellen hatte UBS in der Sparte bisher nach Plänen vom August einen Abbau von rund 1600 Stellen ins Auge gefasst. Insgesamt beschäftigt die UBS knapp 66.000 Menschen. In der Finanzkrise hatten Milliardenverluste im Investmentbanking die größte Schweizer Bank an den Rand des Zusammenbruchs gebracht.

UBS habe beschlossen, „das Risikoprofil der Bank substanziell zu reduzieren, indem wir jene Geschäfte redimensionieren oder gar ganz aufgeben, die unseren Kunden entweder keinen Mehrwert bieten oder die bezüglich risikoadjustierter Rendite unattraktiv sind,“ erklärte der neue Konzernchef Sergio Ermotti am Donnerstag bei einer Investorenveranstaltung in New York.

Aufgeben will UBS unter anderem das Geschäft mit Aktien auf eigene Rechnung sowie wie eine Reihe von Bereichen im Zinsengeschäft wie etwa komplexe strukturierten Zinsprodukte. Das soll helfen, die risikogewichteten Aktiva im Investmentbanking um fast die Hälfte zu reduzieren. Die Sparte soll sich in Zukunft auf die Abwicklung von Kundenaufträgen und Beratung konzentrieren und eng mit der Vermögensverwaltung zusammenarbeiten.

Dividende für UBS-Aktionäre

Investieren will Ermotti im Wealth-Management-Geschäft, das heute fast 1400 Milliarden Franken verwaltet und von Reichen und Superreichen netto jährlich zusätzlich drei bis fünf Prozent neues Geld holen soll. Zugleich will Ermotti die Kosten in dieser Sparte zurückfahren.

Ab 2013 soll das neue Geschäftsmodell über den ganzen Konzern gerechnet eine Eigenkapitalrendite zwischen zwölf und 17 Prozent abwerfen. Der Lokalrivale Credit Suisse peilt eine Rendite von „über 15 Prozent“ an. 2009 hatte sich Ermottis Vorgänge Oswald Grübel noch eine Eigenkapitalrendite von 15 bis 20 Prozent auf die Fahne geschrieben, dieses Ziel dann aber angesichts der Euro-Schuldenkrise und schärferer Eigenkapitalvorschriften diesen Sommer kassieren müssen. Deutsche Bank hatte früher 25 Prozent angepeilt.

Die Aktionäre sollen schon im nächsten Jahr bedacht werden. Zum ersten Mal seit 2007 will die Bank wieder eine Dividende ausschütten. Für 2011 sollen pro Aktie 0,10 Franken ausgezahlt werden. Danach will die Bank Kapital an die Anteilseigner zurückzahlen.

UBS-Aktie fällt leicht

Trotzdem will UBS weiterhin zu den am besten kapitalisierten Banken der Welt zählen. Die Kernkapitalquote nach dem neuen Bankenregelwerk Basel III soll auf 13 Prozent hochgeschraubt werden. Mit weiterem verlustabsorbierendem Kapital von sechs Prozent des risikogewichteten Aktiven will UBS dann die schärferen Schweizer Regeln erfüllen, die für die Großbanken eine Quote von 19 Prozent vorsehen. Ob UBS wie Credit Suisse Pflichtwandelanleihen vom Typ der Coco-Bonds plant, ließ Finanzchef Tom Naratil offen. Das sei eine Möglichkeit, sagte er. Es kämen aber auch andere Formen von verlustabsorbierenden Schuldtiteln ohne Verwässerungseffekt infrage.

An Wall Street schwächte sich die UBS-Aktie während des Investorentags ab und notierte 1,66 Prozent schwächer bei 11,32 Dollar. An der Zürcher Börse hatte die Aktie vor Beginn der Veranstaltung 2,9 Prozent auf 10,50 Franken verloren. (rtr)

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