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Staatsbank Zehn Milliarden für Entwicklung

Noch nie hat die KFW so viel Geld für Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika zugesagt wie 2017. Manches Vorhaben steht dabei in der Kritik. Die ökologischen und sozialen Risiken will die Staatsbank deshalb künftig noch intensiver prüfen.

Südafrika
Die Projekte der KfW sind nicht unumstritten. Dass die Staatsbank beispielsweise Kohleprojekte in Südafrika fördert, stößt auf Kritik. Foto: afp

Die staatliche Förderbank KFW will künftig bei der Finanzierung von Projekten in Entwicklungs- und Schwellenländern im Vorfeld die Umwelt- und Sozialrisiken noch intensiver von Experten überprüfen lassen. „Wir müssen da noch mehr personelle Ressourcen reinstecken“, sagte KFW-Vorstandsmitglied Joachim Nagel bei der Vorstellung des Jahresberichts zur Entwicklungsfinanzierung. Die Bank werde sich um mehr Transparenz und Nachhaltigkeit bemühen.

Die KFW war in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik von Nichtregierungsorganisationen geraten. Das katholische Hilfswerk Misereor hatte zuletzt beispielsweise in einer Studie die Finanzierung von Kohleprojekten in Südafrika angeprangert. Der Kohlebergbau verseuche Flüsse sowie Böden, raube Kleinbauern Land und verursache Atemwegserkrankungen bei Menschen mit mangelndem Zugang zu Gesundheitsdiensten, heißt es in der Studie „Wenn nur die Kohle zählt“.

Die KFW wolle mit den kritischen Themen offensiver umgehen und auch den regelmäßigen Dialog mit den NGOs suchen, kündigte Nagel an.

Im vergangenen Jahr hat die KFW im Auftrag der Bundesregierung 9,7 Milliarden Euro für Entwicklungs- und Flüchtlingsprojekte zugesagt. Das waren fast eine Milliarde mehr als 2016. „Eine Rekordsumme“, wie Nagel betonte. Von den Neuzusagen vergab die KFW-Entwicklungsbank 8,2 Milliarden Euro (2016: 7,3), die Tochter DEG gewährte privaten Firmen in Entwicklungs- und Schwellenländern wie im Vorjahr 1,6 Milliarden Euro an Finanzierungen.

Hilfe für Flüchtlinge

Dem Jahresbericht zufolge flossen rund 55 Prozent der Neuzusagen der Entwicklungsbank in Klima- und Umweltprojekte. „Wir streben einen weiteren Ausbau dieser Finanzierungen an“, sagte Nagel mit Blick auf das Ziel des Pariser Abkommens, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Zum Rekordergebnis 2017 hat vor allem die wachsende Förderung für Afrika und den Nahen Osten beigetragen. Knapp 40 Prozent der Mittel seien in diese Regionen geflossen. Das spiegele auch die wachsende Bedeutung des Engagements für die Minderung der Fluchtursachen wider, sagte Nagel. 117 Projekte mit direktem Bezug zu Flüchtlingen fördere die KFW derzeit und wende dafür 1,2 Milliarden Euro auf. Von Vorhaben wie Bildungsprogrammen für Flüchtlinge in der Türkei und im Libanon sowie Solaranlagen im jordanischen Flüchtlingslager Sataari profitierten rund elf Millionen Menschen.

Schwerpunkt der Arbeit der DEG war 2017 die Finanzierung von privaten Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die KFW-Tochter setzt dabei auch auf ein neues Instrument: Deutsche Mitarbeiter bei Partnerbanken sollen deutschen Firmen helfen, in Entwicklungsländern Fuß zu fassen. Das Projekt „German Desk“ sei unter anderem in Kenia und Nigeria erfolgreich gestartet, berichtete Christiane Laibach, Sprecherin der DEG-Geschäftsführung. Dabei gehe es beispielsweise auch darum, afrikanischen Kunden für den Kauf deutscher Güter eine entsprechende Finanzierung zu verschaffen.

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