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Sportartikel Adidas stürmt nach vorne

Der Sportartikelhersteller Adidas steigert Umsatz und Gewinn. Seinen Aktionären will der Konzern eine höhere Dividende zahlen.

Kasper Rorsted
Ganz locker: Adidas-Chef Kasper Rorsted. Foto: afp

Adidas zeigt sich drei Monate vor Anpfiff der Fußball-WM in Russland topfit. Steigende Margen und nach oben korrigierte Gewinnziele, wachsende Marktanteile am weltgrößten Sportartikelmarkt USA und milliardenschwere Aktienrückkäufe waren der Mix, den Konzernchef Kasper Rorsted zur Bilanzvorlage am Firmensitz im fränkischen Herzogenaurach präsentierten konnte. „Das nennen wir gewinnen“, fasste der Däne die jüngsten Erfolge zusammen und stellte zugleich in Aussicht, dass es 2018 in diesem Stil weitergeht.

An den Börsen sorgte das für Furore. Die Aktie des Dax-Konzerns konnte um zeitweise fast ein Zehntel auf gut 185 Euro klettern und war damit klar stärkster Wert im führenden deutschen Aktienindex.

Adidas knöpft Nike Marktanteile ab

Positiv überraschend war vor allem die Entwicklung der Profitabilität der Marke. Operativ ist die Umsatzmarge 2017 von 8,6 auf 9,8 Prozent gestiegen. Dieses Jahr will Rorsted sie weiter auf rund 10,4 Prozent hieven. Das wäre zwar immer noch ein Stück hinter dem US-Erzrivalen Nike, der auch in dieser Hinsicht mit jährlich 13 bis 14 Prozent Rendite führt. Aber die Kluft wird geringer, zumal Adidas die bisherigen Gewinnprognosen bis 2020 angehoben hat. Im Schnitt sollen die operativen Gewinne bis dahin jährlich um rund 23 Prozent zulegen. Bisher galten 21 Prozent als Ziel.

Zudem werden die Aktionäre verwöhnt. Die Dividende steigt um fast ein Drittel auf 2,60 Euro je Anteilsschein. Das sei der höchste Aufschlag auf die Ausschüttung aller Dax-Konzerne, betonte der neue Adidas-Finanzchef Harm Ohlmeyer. Zugleich kündigte er ein Aktienrückkaufprogramm über drei Milliarden Euro an, das bis Mitte 2021 läuft.

Geschäftliche Basis all dessen sind enorme Fortschritte in wichtigen Märkten. So haben die Umsätze in China um 29 Prozent und in Nordamerika um 27 Prozent zugelegt. Mit diesem Wachstum hat Adidas erstmals seit langem auch den US-Rivalen Nike in dessen Heimat Marktanteile abgeknöpft.

Das mit weit über 50 Prozent größte Wachstum erzielten die Franken 2017 im Internet, das nun 1,6 Milliarden Euro zum Umsatz beisteuert. Bei insgesamt um 16 Prozent auf 21,2 Milliarden Euro gekletterten Konzernerlösen ist das immer noch überschaubar. 2020 sollen es aber vier Milliarden Euro Online-Umsatz sein bei dann rund 26 Milliarden Euro Gesamterlösen.

Dennoch bleiben Problemzonen. Da ist zum einen die zugekaufte US-Tochter Reebok, die nie so richtig auf die Beine gekommen ist. Und der Verfall des russischen Sportartikelmarkts, dort sind die Adidas-Umsätze 2017 nochmals um 13 Prozent gesunken. Trotz WM sollen sie dieses Jahr dort auch nur stagnieren.

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